Rekultivierung am Schiedeborn

Mit dem Rückzug der Landwirtschaft in den 1960er Jahren verwilderte das Kulturland auf dem Schiedeborn. Wildschweine machten sich breit. 2011 begann Cornelia Nonnweiler mit fünf Burenziegen, ihren Traum von einem Ziegenhof zu verwirklichen. Damit nahm sie der damaligen Wildschweinplage auch ihre Spitze.

Südlich von Dudweiler führt ein von der Sulzbachtalstraße her steil ansteigender Weg zur Anhöhe "Am Schiedeborn" mit der 2011 gegründeten Ziegenfarm.

Cornelia ("Conny") Nonnweiler hatte damals zu ihrem eigenen Stück Land einen Teil des verwilderten Geländes dazugepachtet und in Absprache mit der Stadt Saarbrücken und der Jägerschaft zunächst ein Gehege für Burenziegen angelegt. Es kam ihr gerade recht, dass die Stadt das frühere Kulturland großflächig und dauerhaft vom Wildwuchs befreit haben wollte, um den Schwarzkittel ihre Deckung zu nehmen. Burenziegen fressen nämlich nicht nur weiches Grünzeug, wie Gras und Blätter, sondern auch hölzerne Stiele und Ästchen von Hecken.

Edwin Wagner, damals Mitarbeiter des Regionalverbandes, half der tierliebenden Frau, ihren Plan zu verwirklichen. Mit fünf Ziegen, die Nonnweiler am eigenen Haus in Dudweiler hielt, begann das Unternehmen "Ziegenfarm". Aus fünf Tieren wurden bis heute 38 - zwölf weibliche, elf Böcke und 15 Lämmer. Der neunjährige Urbock "Daren" hat die Gründerzeit bis heute überlebt und fühlt sich in seinem Gehege offensichtlich wohl. Die Tiere aus dem Süden Afrikas vertragen das mitteleuropäische Klima zwar problemlos, doch Nässe schadet vor allem den trächtigen Tieren und den Lämmern. Zum Schutz vor den Unbilden des Herbstes und Winters ließ Conny Nonnweiler einen Stall für bis zu 50 Tiere bauen. Sie selbst gab ihre Arbeit als Friedhofsgärtnerin auf und widmete sich fortan nur noch der Ziegenzucht.

Nach und nach pachtete sie, auch von der Stadt Saarbrücken, angrenzende Parzellen zum vorhandenen Land hinzu. Derzeit werden von ihr fünf Hektar bewirtschaftet. Die "Schiedeborner Ziegenfarm" ist mittlerweile in der Region so gut bekannt, dass auch Gruppen aus Kindergärten und Schulklassen zu Besuch kommen. Bei Führungen der Eigentümerin können die jungen Besucher die Tiere hautnah erleben.

In der Anfangszeit der Ziegenfarm kam es öfters zu Reibereien mit den Jagdpächtern. Die Jäger befürchteten nämlich, eine Verringerung ihrer bejagbaren Fläche infolge der Einzäunung der Koppel. Die Ziegenzüchterin berichtet: "Heute besteht ein gutes Miteinander. Nach dem Motto "Eine Hand wäscht die andere" helfen wir uns gegenseitig". Conny Nonnweiler hat sich mit der Gründung der "Schiedeborner Ziegenfarm", so nennt sie ihr Reich, nicht nur mit Beharrlichkeit einen Traum verwirklicht und damit die Wildschweine vertrieben. Sie hat auch die Landwirtschaft in Dudweiler wieder heimisch gemacht.