| 20:41 Uhr

Schwimmen
Profis und Breitensportler in einem Becken

Moritz Eiden vom SV Neunkirchen ist einer der 190 Schwimmer, die bei den offenen Saarlandmeisterschaften in Dudweiler ins Wasser gingen.
Moritz Eiden vom SV Neunkirchen ist einer der 190 Schwimmer, die bei den offenen Saarlandmeisterschaften in Dudweiler ins Wasser gingen. FOTO: Thomas Wieck
Dudweiler. Bei den Schwimm-Saarlandmeisterschaften im Dudweiler Dudo-Bad sind Amateure und Olympia-Teilnehmer an den Start gegangen.

Für die einen stellen die offenen Schwimm-Saarlandmeisterschaften den Saisonhöhepunkt dar. Für die anderen sind sie ein Trainingswettkampf, der nach den deutschen Meisterschaften „mitgenommen“ wird. Zum Beispiel für Marten Schmidt vom SC Blieskastel. Er nahm in der Woche zuvor an den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin teil. Sein Trainingsschwerpunkt lag auf der Veranstaltung in der Bundeshauptstadt. „Wenn man zu großen Wettkämpfe fährt, geht man vorher ein wenig runter mit dem Training. Nach der deutschen Meisterschaft muss man deshalb dann hier viel mehr investieren. Ich wollte sehen, was nach der deutschen Meisterschaft noch drin ist“, sagte Schmidt, der am zweiten Tag der Saarlandmeisterschaften auf der 50-Meter-Bahn im Dudweiler Dudo-Bad als Fazit zog: „Es ist nicht alles so verlaufen wie erhofft. Aber überwiegend gut.“


Schmidt gewann im Dudo-Bad Silber über 200 Meter Freistil im Jahrgang 2002 und Bronze in der offenen Wertung. Auf seiner Paradestrecke 200 Meter Brust, auf der er in Berlin im Finale zu Platz acht schwamm, wurde Schmidt mit 2:33,94 Minuten Saarlandmeister. Dazu kamen Gold über 200 Meter Lagen und 100 Meter Brust sowie Bronze über 50 Meter Brust. Dort musste er sich Jonas Valeske vom SV Saarbrücken und dem zweimaligen Olympia-Teilnehmer Christoph Fildebrandt vom SC Illingen geschlagen geben.

Fildebrandt räumte auch über 50 und 100 Meter Freistil Gold ab. Dass Profi-Sportler wie der 29-Jährige bei Saarlandmeisterschaften an den Start gehen, sei ein wichtiger Teil funktionierender Verbandsstrukturen. Das betonte Trainer René Göhler von der SSG Saar Max Ritter. Deren 14 Mitgliedsvereine stellten 172 der 190 Schwimmer im Dudo-Bad. „Die Saarlandmeisterschaften sind sozusagen die Verbindung von Breitensport und Leistungssport. Da darf man sich nicht ausgrenzen. Beides alleine funktioniert nicht“, sagte Göhler. Er räusperte sich kurz - und fuhr fort: „Wir nehmen das sehr ernst. Wichtig ist, dass man sich lokal präsentiert. Dass auch die Kader-Athleten hier ein volles Programm schwimmen, das alles ernst nehmen. Auch um den Talenten zu zeigen, wohin man kommen kann. Dass man den Vereinen Unterstützung gibt, dass sie nicht alleine gelassen werden.“



Nicht mehr für einen Kader-Platz anbieten muss sich Svetozar Zivkovic. Der 73-Jährige gewann bei den Europameisterschaften im Rettungsschwimmen 2014 sechs Mal Gold und war der älteste Teilnehmer im Dudo-Bad. „Als Junge war mein Vorbild ein Mann von 82 Jahren. Sein Kraul-Stil hat mich fasziniert. Ich habe mir gedacht, wenn ich alt bin, will ich das auch so machen“, sagte er und begann zu lachen. Seine Motivation? „Ich genieße es einfach, gegen diese Wasserströmung zu schwimmen. Schwimmen ist optimal. Es ist für den Körper eine Entlastung, da gibt es keine harten Schläge auf die Hüfte oder die Knie.“ Und Zivkovics Wochenende verlief erfolgreich. In der Altersklasse 70 hatte er zwar wenig Konkurrenz in den Masters-Wettkämpfen. Das ändert aber nichts daran, dass zu seiner Titelsammlung drei Saarlandmeister-Titel hinzukommen: über 50 Meter Rücken, Schmetterling und 100 Meter Freistil. Über 50 Meter Freistil sprang für Zivkovic hinter Wolfgang José vom SV Saarbrücken noch die Silbermedaille heraus.