Prachtexemplare auf Moos gebettet

Herrensohr. Mindestens einmal in der Woche kommt bei der Familie Blaesius ein Pilzgericht auf den Tisch. "Die geputzten, aber nicht gewaschenen Pilze, werden geschnitten und mit Zwiebeln und Öl in der Pfanne 20 bis 25 Minuten gedünstet und dann als Beilage zu Fleisch oder als Soße zu Nudeln serviert", erzählt Rudi Blaesius und schwärmt: "Es gibt kaum etwas Besseres

Herrensohr. Mindestens einmal in der Woche kommt bei der Familie Blaesius ein Pilzgericht auf den Tisch. "Die geputzten, aber nicht gewaschenen Pilze, werden geschnitten und mit Zwiebeln und Öl in der Pfanne 20 bis 25 Minuten gedünstet und dann als Beilage zu Fleisch oder als Soße zu Nudeln serviert", erzählt Rudi Blaesius und schwärmt: "Es gibt kaum etwas Besseres." Und er fügt noch an: Ganz wichtig sei es, die Pilze lange genug zu garen. Der Mann kennt sich aus mit den Früchten des Waldes.Rudi Blaesius ist Pilzsachverständiger und Mitglied der Pilzinteressengemeinschaft "Die Drieschlinge". Am Wochenende waren seine Kollegen und er wieder im Einsatz bei der eigenen Pilzausstellung in der TuS-Halle in Herrensohr. Auf Moos gebettet lagen dort essbare und ungenießbare Exemplare dicht an dicht. Es roch nach Waldluft, nach Natur. Die zahlreichen Besucher konnten sich ein Bild von etwa 250 Pilzen machen, sie anfassen, an ihnen riechen und sie unter die Lupe nehmen. Lupe und Mikroskop sind für Pilzsachverständige unentbehrlich. Viele Merkmale lassen sich nur damit genau bestimmen. Wer einen Korb voller Pilze mitbrachte, konnte seinen Fund begutachten lassen. "Zurzeit haben wir wieder ideales Pilzwetter", erklärte Blaesius. Allerdings dauere es noch ein paar Tage, bis man auch im tieferen Wald die schmackhaften "Hütchen" findet. Jetzt mache man die besten Funde am Waldesrand. Für die Ausstellung waren die Mitglieder der Drieschlinge bis ins nördliche Saarland nach Türkismühle und in die Westpfalz ausgeschwärmt. Blaesius: "Wir hatten ganz schön zu tun, um so viele Pilze zusammenzubekommen."

Diesmal waren auch Pilze dabei, die es in unserer Region nicht gibt. "Freunde aus Baden-Württemberg haben sie uns von der Schwäbischen Alb mitgebracht", berichtete Rudi Blaesius und zeigte ein wunderschönes Exemplar eines Habicht-Pilzes. Getrocknet und gemahlen verleihe das Pilzpulver Soßen und Suppen ein würziges Aroma, verriet der Experte. "Unsere Ausstellung ist die größte im südwestdeutschen Raum. Sie hat sich zu einer Fachveranstaltung entwickelt", erklärte Tobias Thiel. Pilze seien ein hoch interessantes Thema. Jede Saison sei unterschiedlich, denn "du weißt nie, was sie bringt".

Die 15. Ausstellung der Drieschlinge war wieder ein Publikumsmagnet. An beiden Tagen kamen mehr als 2000 Besucher nach Herrensohr. Es wurde viel gefachsimpelt. Und die Besucher erhielten gute Tipps. Der wohl wichtigste: "Wer die Pilze nicht genau kennt, sollte sie vor dem Verzehr von einem Sachverständigen untersuchen lassen." Und: Man sollte Pilze vorsichtig und so tief wie möglich am Boden abdrehen. Denn gerade am Stiel seien viele Merkmale, um den Pilz eindeutig zuzuordnen.

Bis Ende Oktober bieten die Pilzsachverständigen der Drieschlinge jeden Sonntag von 18 bis 19 Uhr eine Beratung in der Gaststätte der TuS-Halle an. "Wir hatten ganz schön zu tun, um so viele Pilze zusammen

zu bekommen."

Rudi Blaesius