Kostenpflichtiger Inhalt: Polizei findet Auto des Mordverdächtigen : Suchte getötete Frau aus Dudweiler vor der Tat Hilfe?

Die Polizei hat das Auto des mutmaßlichen Täters in Sulzbach gefunden. Der Verdächtige aus Friedrichsthal ist weiterhin auf der Flucht.

Die am Dienstag in Dudweiler auf offener Straße getötete Frau hat vor der Tat wohl bei mehreren Stellen nach Hilfe gesucht. Aus dem Freundeskreis von Dietlind G. erfuhr die SZ, dass die 48 Jahre alte Physiotherapeutin sich an die Polizei, den Opferhilfe-Verein Weißer Ring und an einen Anwalt gewendet haben soll. Das sagen verschiedene Quellen. Die dreifache Mutter war nach mehreren Messerstichen auf dem Bürgersteig vor ihrem Haus verblutet. Mutmaßlicher Täter ist ihr Ex-Freund Markus Z. aus Friedrichsthal. Er soll die Getötete massiv gestalked haben. Der 46-Jährige wird per Haftbefehl wegen Mordes gesucht. Er ist auf der Flucht.

Die Polizei hat am Donnerstag auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Sulzbach das Auto des Flüchtigen gefunden. Der Pkw werde derzeit auf Spuren untersucht, teilte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage mit. Eine groß angelegte Suche nach dem Täter im Raum Sulzbach verlief ergebnislos. Die Polizei setzte dabei Spürhunde ein. Auch die Tatwaffe bleibt verschwunden.

Mehrere Freunde der getöteten Dietlind G. berichten, die Beziehung zu Markus Z. sei kaum mehr als eine Affäre gewesen. Nach der Trennung Anfang des Jahres habe Markus Z. sie massiv gestalked. Er habe permanent vor dem Haus gestanden, laufend angerufen und ihr nachgestellt. Nach SZ-Informationen ist der mutmaßliche Täter nach der Trennung im Basketball-Training der Kinder von Dietlind G. aufgetaucht – und in der Kletterhalle, in der die 48-Jährige mit ihren drei Kindern öfters war. Dietlind G. habe aus Sorge sogar die Mitarbeiter der Kletterhalle informiert, dass Markus Z. ihr nachstellt – damit sie aufpassen.

Dietlind G. sei wegen Markus Z. auch zur Polizei gegangen, berichten mehrere Freunde. Die habe ihr erklärt, dass sie nichts tun könne, sagen die Freunde. Polizei-Sprecher Georg Himbert ist der Sache nachgegangen. Er erklärt auf SZ-Anfrage: „Uns ist kein Kontakt der Frau mit der Polizei bekannt.“ Weder bei der Polizei-Inspektion Sulzbach als für Dudweiler zuständiges Revier – noch woanders.

Dietlind G. ist aufgrund des Berufs ihres Vaters unter anderem in Brüssel, Algier und Riad zur Schule gegangen. Die Freunde der Deutschen berichten, dass sie auch einen Anwalt eingeschaltet habe. Der habe Markus Z. ein Schreiben zukommen lassen, in dem es darum ging, das Stalking zu unterbinden. Zudem habe sie Rat beim Weißen Ring gesucht. Das ist ein Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten.

Markus Z. ist weiterhin auf der Flucht. Es gebe es von Zeit zu Zeit „Sichtmeldungen aus der Bevölkerung“ aus dem Raum Friedrichsthal, erklärt die Polizei. Zeugen hätten den mutmaßlichen Täter gesehen und die Beamten verständigt. Diese gehen den Hinweisen nach – bisher ohne Erfolg. Wegen dieser Anrufe aus der Bevölkerung habe man eine Öffentlichkeitsfahndung mit Foto, Name und Beschreibung des Gesuchten bislang nicht erwogen. Diese sei erst möglich, wenn die Polizei alle Möglichkeiten der Ermittlung ausgeschöpft habe und bedürfe eines richterlichen Beschlusses.