Ode an den heimischen Dialekt

Beim Liedwettbewerb des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine im Bürgerhaus sicherten sich die Latzegallis den Sieg in der Kategorie „fremdes Lied/eigener Text“. Aber auch die Konkurrenz beeindruckte.

Kurz vor dem Auftritt sind die alten Bühnenhasen angespannt. So auch Sänger Gerhard Spengler, die Gitarristen Andreas Britz und Rüdiger Degen sowie Bassist Andreas Becker, die seit mehr als 22 Jahren erfolgreiche Musiker auf den Fastnachtsbühnen sind, sich kurz und knapp nur "Latzegallis" nennen und am Samstag beim Liedwettbewerb des VSK, des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine, mitmachten (wir berichteten überregional). Zumal sie nach dem Vorjahressieg mit "Wenn Narre schunkele" Titelverteidiger des Sängerwettstreits waren. Obendrein richtete die Grüne Nelke, der Stammverein der Latzegallis, diesmal den Wettbewerb für den VSK aus. Spezialität der musikalischen Karnevalisten ist es, närrische Melodien, meist aus dem Kölner Raum, ins Saarländische zu übertragen.

Andreas Britz sagt: "Bereits in unserer dritten Session haben wir dann unser Repertoire erweitert. Die Kölner Bands, allen voran die Bläck Fööss, hatten es uns angetan." Die Latzegallis spielen diesmal eine Ode an den heimischen Dialekt: "Du bischd mei Sprooch". Ein ruhiger, aber rockiger Beitrag mit markantem Solo-Gitarrenpart. Die Band hat sich dafür extra verstärkt. Zum Stamm-Quartett kommen die Söhne Jonas Degen am Keyboard und David Becker, der besagtes Solo übernimmt.

Der VSK-Liedwettbewerb ist eine Gelegenheit auszutesten, wie die neuen Songs beim Publikum ankommen. Und so wie der VSK gute Liedbeiträge für seine Narrenschau sucht, die im SR-Fernsehen ausgestrahlt wird, nutzen die Künstler den Wettbewerb als Sprungbrett in die Flimmerkiste. Die Siegchancen der Lokalmatadore sind dabei nicht schlecht. Becker: "Seit 2009 sind wir heute das dritte Mal dabei und haben zweimal gewonnen." Die Konkurrenz ist aber nicht weit. Aus dem Nachbarort Fischbach-Camphausen kommen die Konsorten mit offensiver Publikums-Animation und Ska-Rock-Einfluss. "Dieser bunte Aueblick" heißt einer der Beiträge, die massig Punkte für die Wertung bringen.

Weil die Fischbacher aber Eigenkompositionen spielen, bleibt den Latzegallis der Sieg in der Kategorie "fremdes Lied/eigener Text". Auch die Riwwer-brings vom Heimat- und Kulturverein (HKV) Dudweiler-Nord singen beim Wettbewerb mit, etwa zur Melodie von "Atemlos", verfehlen aber knapp den Sprung aufs Podest.