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Nun sterben die Klärgruben langsam aus

Nun sterben die Klärgruben langsam aus

Noch immer sind nicht alle Klärgruben kurzgeschlossen. Im Stadtbezirk Dudweiler beispielsweise macht diese Maßnahme allerdings Fortschritte. Der Entsorger ZKE weiß mehr zum Thema im Stadtbezirk.

Früher war ihre Leerung ein einträgliches Geschäft mit dem Geschäft. Doch langsam stirbt ihr Typus aus. Viele haben sie in Hausnähe, doch bei den meisten Anwesen ist sie bereits kurzgeschlossen. Die Klärgrube stirbt aus. Fast überall im Sulzbach- und Fischbachtal fließen die Hausabwässer aus Badezimmer, Toilette & Co. mittlerweile in die gängigen Mischwasserkanäle, die unter den Straßen und Bürgersteigen verbuddelt sind. Die verbliebenen Gruben werden nach und nach stillgelegt, sie werden "kurzgeschlossen", wie es im Fachdeutsch heißt.

Dabei handelt es sich in Dudweiler im Wesentlichen um Klärgruben mit Anschluss an den öffentlichen Kanal. Sie leiten die flüssigen Bestandteile des Abwassers in die städtische Kanalisation . Der verbliebene Fäkalschlamm wird dann mindestens einmal im Jahr im Auftrag des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) durch einen Fachbetrieb entleert. Dabei entstehen dem Grundstückseigentümer keine zusätzlichen Kosten, denn die Leerung ist in der Schmutzwasser-Gebühr enthalten.

"Wenn diese Klärgruben korrekt funktionieren und regelmäßig entleert werden, besteht baulich momentan keine Notwendigkeit einer Stilllegung. Durch den erfolgten Ausbau der städtischen Kanalisation aber ist diese Art der Abwasserentsorgung nicht mehr üblich. Klärgruben funktionieren, indem sie Grobstoffe, den sogenannten Fäkalschlamm, aus dem häuslichen Abwasser bis zur Entleerung in der Grube zurückhalten und die flüssigen Abwasser-Bestandteile ableiten", teilt der ZKE mit.

Sinnvolle Folgenutzung

Um unter anderem die Abfuhrkosten zu senken, möchte der ZKE langfristig möglichst alle Klärgruben stilllegen lassen und fordert deshalb die Hausbesitzer und die Betreiber solcher Gruben auf, diese zu beseitigen: "Im Jahr 2015 wurden in Dudweiler 112 und in Herrensohr fünf Klärgruben kurzgeschlossen", berichtet Judith Pirrot, Bereichsleiterin bei Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE): "In Bearbeitung sind in diesen beiden Stadtteilen aktuell 79 Kurzschließungen. Diese Eigentümer wurden und werden dann angeschrieben, haben aber die geforderte Maßnahme noch nicht umgesetzt. Langfristig werden sämtliche Klärgruben mit Überlauf an den städtischen Kanal kurzgeschlossen, zeitlich ist dies abhängig von den Kanalbaumaßnahmen des ZKE, die oft Voraussetzung für den Kurzschluss sind."

Hausbesitzer, die ihre Grube stilllegen lassen, können oft Geld sparen. Denn die entleerten und gespülten Gruben eignen sich in aller Regel zur sinnvollen Folgenutzung, zum Beispiel als Regenwasser-Zisterne, in der das von den Dachflächen ablaufende Niederschlagswasser gesammelt und beispielsweise für die Gartenbewässerung verwendet werden kann. Dazu müssen die Klärgruben-Besitzer einen so genannten "Antrag auf Aufhebung der Kläranlage" beim ZKE stellen. Nach der Antrags-Prüfung spricht der ZKE die Genehmigung zur Aufhebung der Klärgrube und zum Kurzschluss an den öffentlichen Kanal aus. Dann können Hausbesitzer aktiv werden und für den Rückbau ihrer Anlage sorgen. Auch der Nutzung als Regenwasser-Reservoir steht dann nichts mehr im Wege.

Weitere Informationen gibt es bei Iris Conrath, Tel. (0681) 905 72 06.