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Narren machen Dudweilers Straßen bunt

Narren machen Dudweilers Straßen bunt

Weit mehr als die erwarteten 8000 Besucher säumen die Straßen beim großen Fastnachtsumzug durch den Stadtbezirk.

Etwa 8000 Besucher wurden beim gestrigen Fastnachtsumzug in Dudweiler erwartet, am Ende dürften es weitaus mehr gewesen sein: Hundertschaften von Fastnachtfans zäumen die Straßen in der Dudweiler City. Dicht gepackt, laut die Närrinnen und Narren auf den Wagen anfeuernd, begleiten sie den Lindwurm von der Rehbachstraße bis zum Endpunkt an der Villa Micka. Das Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein dürfte einen großen Teil zum Besucheransturm beigetragen haben.

Bereits in der Sudstraße warten viele Zaungäste und Anwohner auf die Faasebooze in ihren aufwendig gestalteten Umzugswagen. Zu den Anliegern gehört die Familie Hissler. "Wir sind hier schon bestens bekannt", sagt Oberhaupt Petra Hissler lachend. Schon seit mehreren Jahren steht die Familie pünktlich zum Umzug vor ihrem Haus, feiert und singt lauthals die Faasend-Lieder mit, die von den Wagen schallen. Dieses Jahr sind die Hisslers als Papageien verkleidet, im kommenden Jahr stellen sie mit Ihrer Lieblichkeit Eva I. und Seiner Tollität Jürgen I. gar das Prinzenpaar - allerdings nur in ihrem Straßenzug. "Wir sind ja schließlich kein Verein", erklären sie gut gelaunt.

33 Gruppen mit rund 20 Wagen schlängeln sich durch den Stadtbezirk. Unter ihnen klassische Gardetruppen, die sich singend und tanzend ihren Weg bahnen. Natürlich fehlen auch die aufwendig geschmückten Wagen nicht. So tritt der Verein Pro Dorf unter dem Motto "Wir haben alles im Griff auf dem sinkenden Schiff" an: Als Captain Jack Sparrow aus den "Fluch der Karibik"-Filmen verkleidet und mit Schiffen aus Pappe um die Hüften. Der Carnaval Club de Saint Avold hat sich zwei Mottos ausgesucht. Einmal laufen die Aktiven in einem Gefängnis mit, verboozt mit schwarz-weißer und orangener Sträflingsuniform, wie man sie aus Guantanamo kennt. In ihrem zweiten Wagen lassen sie den französischen Rock'n'Roll aus den 50ern wiederauferstehen.

Am Straßenrand sind die Besucher aufgestellt und teils aufwendig verboozt. Superhelden- und Schurken wie Captain America oder der Joker aus den Batman-Comics werden gesichtet. Hier sorgt eine Gruppe von Zebras für gute Laune, dort winkt ein junges Mädchen als Mini-Marienkäfer dem Umzug. Auf dem Rathausvorplatz schießt eine Gruppe Jugendlicher als Cowboys und FBI-Agenten verkleidet Selfies mit der Ziegen-Statue. Überall fangen die Besucher die in die Luft geworfenen Guudzjer, Bonbons und weiteren Süßkram auf.

Der Freie Fanfarenzug Dudweiler spielt laute Guggemusik und biegt mit einem Lied von Coldplay auf die Sulzbachtalstraße ein. Die Umzügler der Dachsbau-Ranch haben als Einhörner mit bunten Perücken und rosa Hörnern die Lacher auf ihrer Seite. Die Mitglieder der Grünen Nelken entführen musikalisch in die "Grünen 20er" und haben unter anderem "Ein Freund, ein guter Freund" im Gepäck. Die Gruppe vom DRK ist als Rot-Kreuz-Ritter mit grauen Helmen aus Pappmaschee unterwegs, und die Molschder Narrekäpp lassen nicht nur als Motto die Puppen tanzen, sondern haben auch eine Liebespuppe auf dem Wagen stehen - nebst einem ihrer männlichen Mitglieder, das als quietschgelb-oranges Riesenhuhn unterwegs ist.

Linda Hörner mit Dackeldame Zia
Cheerleader der KG Pfaffenkopf
„Karneval in Venedig“
Die Garde des DCC Dudweiler Fotos: Thomas Seeber

Während der erste Wagen nach knapp anderthalb Stunden am Ziel einfährt und auf dem Dudoplatz parkt, setzt sich der letzte des Zuges gerade erst in Bewegung. Der beeindruckende Schwerlaster der Kulturgemeinschaft Pfaffenkopf hat nicht nur beste Laune, sondern auch das Dudweiler Kinderprinzenpaar an Bord. Prinzessin Laura II. und Prinz Sandro I. begrüßen das närrische Fußvolk mit lautem "Alleh Hopp".