,,Mehr Autos als Fußgänger“

Dass die jetzige Situation in der Dudweiler Fußgängerzone unbefriedigend ist, sagen nicht nur die Christdemokraten im Stadtrat. Sie fordern eine ,,organische Einheit von Zentrum und Außenbezirken“ ein.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Veränderungen in der Dudweiler Einkaufswelt tritt die CDU-Stadtratsfraktion für ein schlüssiges Gesamtkonzept ein. "Wir freuen uns, dass der Markendiscounter Netto den Standort im Südraum nicht aufgibt, sondern an neuer Stelle erhalten bleibt", so der wirtschaftspolitische Sprecher Sascha Zehner. Aber: "Um die Abwanderung von Käufern in die Nachbarkommunen zu vermeiden, ist ein zentraler Baustein, dass wir parteiübergreifend anerkennen, dass die jetzige Situation in der Fußgängerzone unbefriedigend ist", so Zehner. Auch außerhalb der Lieferzeiten treffe man dort mehr Autos an als Fußgänger . Gerade hier brauche man eine zukunftsfähige Gesamtlösung statt des Flickenteppich-Eindrucks, den die Dudweiler Fußgängerzone stellenweise vermittele. "Die Landeshauptstadt muss halten, was wir alle, auch die Mehrheitsfraktionen, den Menschen versprochen haben: Ob Sonderstatus oder nicht, Dudweiler soll als eigener Stadtteil mit Zentrum stark und attraktiv sein." Gemeinsam mit Ralf-Peter-Fritz, dem Chef der CDU-Bezirksratsfraktion, unterstreicht er: "Wir müssen alle an einen Tisch, um auf lange Sicht die Attraktivität Dudweilers sicher zu stellen." Im Haupt- und Wirtschaftsausschuss werde man gemeinsam mit dem Bauausschuss kommende Woche über das Einzelhandels- und Zentrenmodell beraten. Es könne Grundlage sein, den Stadtteilkern auch in Dudweiler nachhaltig zu entwickeln.

Es gelte, einen Maßnahmenkatalog zu entwerfen, der die Interessen von Bürgern, Investoren, Handel und Immobilienbesitzern ausbalancieren soll. "Wir müssen uns von der Selbstzensur freimachen und alles prüfen, ob Neugestaltung der Fußgängerzone, Einführung einer Brötchentaste, Public-private-Partnership oder eine Verlagerung von Behörden in die Außenbezirke." In einem weiteren Schritt werde die Umsetzung der Projekte im Vordergrund stehen, von den Gesprächen mit Investoren und Wirtschaftsförderung bis zur Einbeziehung der Anwohner. Zehner und Fritz: "Die Konkurrenz wächst. Es ist an der Zeit, mit zukunftsweisenden Entscheidungen Dudweiler als wichtiges und attraktives Nebenzentrum zu entwickeln und auszubauen. Statt der außerhalb der Kernstadt zum Verfall führenden zentralistischen Politik treten wir für eine lebendige Großstadt Saarbrücken als organische Einheit von Zentrum und Außenbezirken ein."