Mehr als 300 Feuerwehrleute bei Überraschungsfeier in Dudweiler

Kostenpflichtiger Inhalt: Ein Leben für die Feuerwehr : Ehrenspalier für Ehrenbrandinspekteur Reiner Schwarz

Was für eine Ehre für einen Mann, der sein Leben der Feuerwehr gewidmet hat: Mehr als 300 Einsatzkräfte aus dem Regionalverband haben Reiner Schwarz in Dudweiler mit einem Ehrenspalier Respekt und Dank gezollt. Der 70-Jährige hat das Feuerwehr-Wesen geprägt wie kaum ein anderer.

Die Überraschung ist gelungen – und wie! „Meine Familie hat mir gesagt, dass wir mit Bekannten essen gehen“, erzählt Reiner Schwarz: „Mit wem wir essen gehen, wollten sie mir nicht sagen. Denn das sollte eine Überraschung sein.“ Das, was folgte, sollte den gestandenen Feuerwehrmann kreidebleich im Gesicht werden lassen und ihn den Tränen nahe bringen. Denn für das vermeintliche Essen mit Bekannten wurde er von einem alten Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Dudweiler abgeholt. Das ausrangierte Einsatzfahrzeug wird in Dudweiler aufgrund seiner hellroten Lackierung liebevoll „Der Helle“ genannt. Als es in der Friedrichstraße in Herrensohr vorfuhr, um Reiner Schwarz, seine Frau Gaby und Tochter Lisa Christin zuhause abzuholen, war ihm klar, dass es sich bei der Überraschung nicht um ein Essen mit Bekannten handeln würde. „Ich dachte dann, dass es etwas mit meinem Geburtstag zu tun hat. Und dass meine Wehr aus Dudweiler-Mitte diesen mit mir nachfeiern will“, erzählt der ehemalige Dudweiler Bezirksbürgermeister noch ziemlich gerührt. Er war am 22. November 70 Jahre alt geworden. „Aber als wir dann am Dudweiler Gerätehaus ankamen, war ich völlig geplättet, konnte nichts mehr sagen.“ Denn dort warteten mehr als 300 Angehörige der zehn Wehren im Regionalverband Saarbrücken auf Reiner Schwarz. Auf ihren Ehrenbrandinspekteur, der rein garnichts von dieser Aktion geahnt hatte.

Über Reiner Schwarz kann man getrost sagen, dass er für die Sache lebt und für seine ehrenamtliche Tätigkeit sein Leben lang durchs Feuer gegangen ist: Der 70-Jährige war - und ist im Hintergrund immer noch - durch und durch Feuerwehrmann. Und für dieses Herzblut, wenn es darum geht, sein eigenes Leben ehrenamtlich für andere zu riskieren, dankten ihm seine Kollegen mit dieser Überraschung: Die mehr als 300 Feuerwehr-Angehörigen kamen zu einem Ehrenspalier für den 70-Jährigen vor dem Feuerwehrgerätehaus in Dudweiler zusammen. Allen voran der oberste Feuerwehrmann im Saarland, Landesbrandinspekteur Timo Meyer und Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt. „Die Leute sagen, ich war beim Abschreiten der Ehrenformation Weiß im Gesicht“, erzählt Reiner Schwarz emotional.

Die Gegend rund um das Gerätehaus in der Fischbachstraße war proppenvoll mit Feuerwehrautos. Überall standen die Fahrzeuge der Einsatzkräfte. Wer an diesem Abend nicht wusste, worum es geht, der dachte wohl, dass in Dudweiler ein ganz schlimmes Unglück passiert sein muss. . . Die mehr als 300 Wehrleute zollten Reiner Schwarz mit dem Ehrenspalier Dank und Respekt für sein jahrzehntelanges Engagement im Bereich der Feuerwehr.

Der Familienvater war am 22. November 2014 nach 47 Dienstjahren in die Altersabteilung gewechselt und aus dem aktiven Dienst als Feuerwehrmann ausgeschieden. „Es war eine erfüllende Zeit“, sagte Reiner Schwarz damals: „Das Gefühl, Menschen in Notlagen zu helfen, hat mir viel gegeben.“ Der Ehrenbrandinspekteur des Regionalverbandes war im Alter von 17 Jahren am 24. April 1967 in die Freiwillige Feuerwehr Dudweiler eingetreten. Bereits früh übernahm er in seiner Heimatfeuerwehr Verantwortung. Unter anderem war er Jugendwart, Schriftführer und Zugführer des Ausrückbereiches Dudweiler-Mitte. Kein Wunder, dass der Werdegang des Herrensohrer Bubs erst in seiner Wahl am 16. November 1987 zum stellvertretenden Löschbezirksführer mündete – und schließlich am 25. Juni 1993 in der zum Löschbezirksführer. Chef der Dudweiler Feuerwehr war der Hauptbrandmeister bis zum 18. Februar 1999. Einen Tag später übernahm das SPD-Mitglied, das vom 3. Juli 2014 bis zum 4. Juli 2019 ehrenamtlicher Dudweiler Bezirksbürgermeister war und nun im Saarbrücker Stadtrat sitzt, das Amt des Brandinspekteurs im Regionalverband. Aus diesem war er am 2. Februar 2013 mit einem Großen Zapfenstreich mit mehr als 500 Gästen am Dudweiler Gerätehaus verabschiedet worden. Mit seinem Nachfolger Tony Bender schritt er damals schon einmal genauso sichtlich gerührt und emotional wie jetzt die Ehrenformation ab.

Reiner Schwarz war durch und durch Feuerwehrmann – und vermittelte sein Wissen weiter. Der Stadtoberamtsrat bei der Landeshauptstadt Saarbrücken war als ehrenamtlicher Ausbilder an der Landesfeuerwehrschule in Saarbrücken im Bereich Brandschutz-Gesetzgebung tätig, und er hatte das Amt des stellvertretenden Landesbrandinspekteurs inne. Er leitete die Kreisfeuerwehrschule des Regionalverbandes, war maßgeblich am Aufbau des Feuerwehrverbandes auf Landes- und Stadtverbands-Ebene beteiligt und Fachberater für Brandschutz der unteren Katastrophenschutz-Behörde Saarbrücken und des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse der Landeshauptstadt.

In seiner 47-jährigen Tätigkeit in der Feuerwehr hat Reiner Schwarz viel gesehen und erlebt. „Schöne Dinge, aber auch schreckliche“, sagte er einmal. So werde ihm wohl immer der Wohnhausbrand 1997 in Hühnerfeld mit sieben Todesopfern und der schwere Autounfall auf der A 8 Mitte der 70er Jahre in Erinnerung bleiben, als eine Familie ums Leben kam. Oder der Einsatz im Hotel Dolfi in Hühnerfeld. „Damals haben wir ein Kind gerettet, das dann kurze Zeit später doch gestorben ist.“ Nicht zuletzt aufgrund solcher Erlebnisse wurde auf Initiative von Reiner Schwarz die Notfallseelsorge ins Leben gerufen.