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„Man hat niemals keine Patienten“

„Man hat niemals keine Patienten“

Sie waren wie selbstverständlich an den Weihnachtsfeiertagen rund um die Uhr im Einsatz und werden es auch am kommenden Wochenende wieder sein: die Kollegen von Chefärztin Bärbel Hornberger in der Klinik St. Josef.

Gerade Heiligabend bedeutet Krankenhaus: Das war 13 Jahre lang die Formel für die Arbeit der Chirurgin Bärbel Hornberger. "Als Assistentin hatte ich 13 Mal hintereinander den 24-Stunden-Dienst an Heiligabend . Das war ganz normal, denn ich hatte keine Kinder und wurde dann nicht mehr nach Diensten an den anderen Feiertagen gefragt", erinnert sich die heutige Chefärztin der Klinik in Dudweiler . Den Heiligen Abend verlegte man familienintern auf den ersten Feiertag, dann wurde das Versäumte nachgeholt. "Aber es war auch in der Klinik immer eine ganz besondere Stimmung an Heiligabend ", berichtet die Fachärztin. "Es sind nur wenige Patienten da. Diese sind alle wirklich krank. Die Verwandten kommen, und man hat Zeit für das eine oder andere intensivere Gespräch. Unter den diensthabenden Kollegen organisiert man sich eine kleine Feier. Es geht ruhiger zu, aber man hat niemals keine Patienten ." 2016 war die heutige Chefin auch wieder im Dienst, am Morgen kam sie zur Visite und in der Nacht übernahm sie den Hintergrunddienst für schwerere Notfälle. "In Dudweiler haben wir auch den Brauch der Weihnachtsvisite. Die Chefärzte und das Direktorium besuchen jeden Patienten im Haus. Das sind rund 80 von den an normalen Tagen 170 Menschen, die bei uns liegen." Alle anderen seien vor den Feiertagen noch entlassen worden, auch das sei üblich in den Kliniken . Bärbel Hornberger (52) ist seit Jahrzehnten in der Chirurgie, sie liebt das Fach. "Natürlich fließen an Heiligabend auch Tränen im Krankenhaus. Auch dafür sind wir dann da. Es sind eben nicht die leichten Fälle, die an den Feiertagen im Haus sind."

Aber denen könne man dann neben einem kleinen Präsent auch etwas mehr Zeit schenken. "Die Patienten freut das sehr", sagt die Chefin, die auch schon Kurioses erlebt hat. Vor ihrer Zeit in Dudweiler sei sie in Saarlouis gewesen, dort seien am 24. stets die Opfer des "Heiligmorgen" eingeliefert worden, meist Jugendliche, die sich an einem Gelage in der Innenstadt beteiligten. Und einmal habe es bei einer Schaumparty eine Massenschlägerei gegeben. Die "Verlierer" des Gerangels seien über und über mit Schaum bedeckt in die Ambulanz gekommen. In Dudweiler ist die Klinik an allen Feiertagen bereit, Internisten und Chirurgen arbeiten rund um die Uhr, Pflegekräfte, OP-Personal, Röntgen und Labor seien sichergestellt. Bärbel Hornberger gönnt sich derweil eine kleine Auszeit: "An Silvester mach ich nix."