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Dudweiler Läufen rennt allen davon
Saarlands schnellster Dreizehnjähriger und das Schokoladeneis

Leon Glaub läuft meist vornweg. Heimatverein des 13-Jährigen ist die DJK Dudweiler.
Leon Glaub läuft meist vornweg. Heimatverein des 13-Jährigen ist die DJK Dudweiler. FOTO: Uwe Glaub / Uwe glaub
Dudweiler. Leon Glaub von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal ist ein großes Leichtathletik-Talent. Papa Uwe hat den Läufer aus Dudweiler einst mit einem Versprechen zum Sport gelockt. Von Laura Vordermayer

Leon Glaub erinnert sich noch genau: Er war fünf Jahre alt, als er zum ersten Mal auf dem Sportplatz gelaufen ist. „Mein Vater hat mir ein Bällchen Eis versprochen, wenn ich zwei Runden schaffe”, erzählt der 13-Jährige aus Dudweiler. Ein Klacks für den Jungen, der sich kurz darauf das Schokoladeneis schmecken ließ. So begann mit Eis eine Erfolgsgeschichte, die mit dem inoffiziellen Saarlandrekord im Fünf-Kilometer-Straßenlauf der Altersklasse M 13 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Inoffiziell, da Saar-Rekorde erst offiziell ab der Altersklasse M 15 aufgeführt werden. Beim Hockenheimring-Lauf am 1. November kam Leon Glaub nach 17:20 Minuten ins Ziel (wir berichteten). Nach der kürzlich veröffentlichten deutschen Bestenliste 2018 ist er damit der schnellste 13-Jährige in Deutschland sowie der bundesweit am weitesten vorne platzierte Saarländer.


In seiner Freizeit lässt Leon Glaub es auch mal ruhiger angehen: Er spielt gern Schach oder Gesellschaftsspiele mit seiner Familie. In seinem Lieblingsspiel geht es darum, mit Karten Bahnstrecken zu legen. Ein- bis zweimal in der Woche trainiert der Leichtathlet an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken in einer Trainingsgruppe der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal. Die LSG ist eine Startgemeinschaft, die aus dem 1. LC Sulzbach, der DJK Dudweiler, dem TB St. Johann und dem LT Phönix besteht.

Leon Glaub und sein Vater Uwe sind Mitglieder der Leichtathletik-Abteilung der DJK Dudweiler. Im Verein hat der 13-Jährige gute Freunde gefunden, mit denen die Übungen doppelt so viel Spaß machen, wie er berichtet. Die SZ schaute im Training vorbei. Die Gruppe von Kindern und Jugendlichen läuft sich warm und dehnt die Beine. Dann stehen Koordinationsübungen auf dem Programm, die den Laufstil verbessern sollen. Die Jungen und Mädchen heben die Knie und ziehen die Fersen an, laufen seitlich, rückwärts und mit gestreckten Beinen. Dabei albern sie auch mal herum und giggeln.



Leon Glaub wirkt im Training entspannt. Nach einem Rennen fühlt er sich dagegen müde – aber auch zufrieden mit seiner Leistung. Vor den Wettkämpfen jedoch ist er immer nervös, auch wenn es dafür eigentlich keinen Grund gibt. „Am Laufen gefällt mir, dass ich mich mit anderen vergleichen kann“, berichtet der 13-Jährige. Wenn er Zweiter wird, ärgert er sich. Für einen guten Läufer seien vor allem drei Dinge wichtig: Ehrgeiz, Talent und Training.

Zu einem Großteil trainiert Leon Glaub alleine mit seinem Vater. Viermal in der Woche beendet er seinen Tag mit einem lockeren Dauerlauf von etwa 15 Minuten. An Ehrgeiz fehlt es dem vielversprechenden Talent jedenfalls nicht – im nächsten Jahr will er einen der ersten drei Plätze bei der süddeutschen Meisterschaft belegen.