Labskaus und die Liebe zum Meer

Eine wirklich runde Sache – das war der Ball der Marinekameradschaft Zerstörer Lütjens in Dudweiler. 200 Gäste fanden sich zu diesem gesellschaftlichen Ereignis mit Musik und Tanz im Bürgerhaus ein.

Ein kleines Stück Küstenlandschaft wurde am Samstagabend im Bürgerhaus Dudweiler lebendig. Anlässlich seines 60-jährigen Bestehens hatte die Marinekameradschaft (MK) Dudweiler Zerstörer Lütjens zum Marineball eingeladen. Stilvoll mit Leuchtturm, Fangnetzen und anderen maritimen Motiven geschmückt, präsentierte sich die Halle den rund 200 Gästen. Herzstück der Veranstaltung waren die Grußworte von Günter Hary, 1. Vorsitzender der MK, und Staatssekretär Christian Seel.

Für den Umstand, dass das Kieler Schiff, die Lütjens, 2003 außer Dienst gestellt wurde und das Saarland seitdem kein Patenschiff mehr hat, fand Günter Hary gefühlvolle Worte: "Das bedauern wir mehr als viele andere." Zwar werde die Arbeit des etwa 80 Mitglieder starken Vereins dadurch nicht in Frage gestellt, jedoch "macht die Arbeit mit einem Schiff und einer Besatzung wesentlich mehr Freude". Ein klarer Vorteil für einen maritimen Botschafter wäre es, dass das Saarland gut sichtbar auf den Weltmeeren repräsentiert würde.

Zur Arbeit der MK Dudweiler gehöre es, die Besatzung der Lütjens beim Besuch in ihrem Patenland zu betreuen und Programme zu gestalten. Dies habe viele Freundschaften, schöne Erinnerungen, erzählenswerte Geschichten und natürlich auch ein wenig Seemansgarn hinterlassen. Vielleicht noch schöner: "Sie hat auch drei Eheschließungen hervorgebracht." Ein großes Dankeschön ging an die Adresse von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer , die die Schirmherrschaft übernommen hatte.

Als deren Vertreter übernahm Staatssekretär Christian Seel das Grußwort. "Auch mir gefällt der Gedanke an ein neues saarländisches Patenschiff sehr gut", unterstützte er den Gedanken des Vorsitzenden. Er verwies darauf, dass die Reihen der Mitglieder nicht nur aus Fachleuten bestünden. Vielmehr werde hier das Motto des Vereins tatsächlich gelebt: "In jedem steckt die Liebe zum Wasser, bei uns findet sie ein Zuhause".

Mit seiner 28 Jahre dauernden Amtszeit habe Günter Hary für Kontinuität gesorgt und den Verein nachhaltig geprägt. Mit den Einsätzen beispielsweise auf dem Weihnachtsmarkt sei die Marinekameradschaft aus dem Dudweiler Leben nicht wegzudenken.

Eine besondere Ehre wurde Heinz Clauß zuteil. Der 95-Jährige ist Gründungsmitglied und somit der MK Dudweiler seit 60 Jahren verbunden. Für besondere Verdienste überreichten ihm Günter Hary und Edgar Selzer, Leiter des Landesverbandes Saar-Obermosel-Westpfalz, die Goldene Verdienstnadel des Deutschen Marinebundes. Jahrelang stiftete er beispielsweise den Erlös eines "Sparschiffchens", das auf der Ladentheke seiner Tankstelle in Herrensohr stand, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Für das Seefahrer-Gericht Labskaus briet er mehr als 40 Jahre lang auf dem Dudweiler Weihnachtsmarkt die Spiegeleier.

Besonders stolz zeigte sich Günter Hary darüber, dass es gelungen war, die Big Band der Polizei des Saarlandes zur musikalischen Gestaltung des Abends zu gewinnen.

Weitere Beiträge gab es vom Shantychor der Marinekameradschaft "Prinz Eugen" Friedrichsthal. Verlost wurden unter anderem eine Flusskreuzfahrt von Saarbrücken nach Amsterdam und eine Rundfahrt im Hamburger Hafen. Letztere wurde gesponsert von der befreundeten MK aus Harburg, mit der man sonntags noch einen Ausflug zur Saarschleife unternahm.

Pünktlich um 24 Uhr stellten sich alle Besucher im Kreis auf und sangen, summten und pfiffen gemeinsam den "Hängemattenwalzer", der auf "Guten Abend, Gute Nacht" basiert.