Kinder durften Rentiere füttern

Dudweiler. Ganz vorsichtig hält der drei Jahre alte René seine kleine Hand mit Apfelstücken drin direkt vor Momos Maul. Ruck, zuck ist das Obst im Mund des Rentiers verschwunden. "Das hat gekitzelt", lacht der Bub. Im Rentierstall in der großen Halle in der ehemaligen Eisengießerei Schulde in Dudweiler ist einiges los

Dudweiler. Ganz vorsichtig hält der drei Jahre alte René seine kleine Hand mit Apfelstücken drin direkt vor Momos Maul. Ruck, zuck ist das Obst im Mund des Rentiers verschwunden. "Das hat gekitzelt", lacht der Bub. Im Rentierstall in der großen Halle in der ehemaligen Eisengießerei Schulde in Dudweiler ist einiges los. Kinder und Erwachsene drängen sich am Gitter und füttern die Tiere. Seit drei Jahren ist hier das Zuhause von Schorsch, Momo und Sternchen. Mittlerweile sind die Tiere vier Jahre alt. Die Biologin Doris Kiefer aus Dudweiler hatte die drei Vierbeiner im Rahmen eines Forschungsprojektes aus dem hohen Norden ins Saarland geholt. "Du kannst Momo ruhig streicheln", sagt Kiefer zu René und erklärt ihm: "Schau mal genau hin. Das Rentier hat Haare auf der Nase. Sie verhindern, dass sie im Winter zufriert." Vor einem halben Jahr hat Momo Nachwuchs bekommen. "Rosalie wog bei der Geburt 5,5 Kilogramm. Sie hat sich prächtig entwickelt", freut sich Doris Kiefer. Doch das junge Rentier hält sich meist im hinteren Teil des Stalls auf. Sie ist schüchtern, ist noch nicht an die Menschen gewöhnt. Bei Schorsch, Momo und Sternchen sieht das ganz anders aus. Sie drücken ihre Schnauzen durch das Gitter, nehmen sogar ganze Mohrrüben. Das dürfen sie aber nicht. Da muss Doris Kiefer eingreifen. "Bitte alles in kleine Stücke schneiden", ermahnt sie die Besucher. Mehr als 100 Rentierfans sind am Sonntagnachmittag in den Stall gekommen, um mit den Rentieren den dritten Advent zu feiern. Der acht Jahre alte Merlin hat seinen Spaß beim Füttern. Immer wieder gibt er den Tieren Apfel- und Mohrrübenstückchen. Das Forschungsprojekt von Doris Kiefer ist mittlerweile abgeschlossen. Bei dem Projekt ging es um die artgerechte Haltung der Rentiere in Europa. Gleichzeitig erforschte Kiefer auch die Ursachen für das drohende Aussterben der Tiere. Die Biologin finanzierte ihre Forschungsarbeit weitgehend selbst. Sie sagt: "Zurzeit werden die Ergebnisse ausgewertet." Obwohl die Studie abgeschlossen ist, will sie die Tiere behalten. Nach Angaben von Doris Kiefer können Rentiere zwischen zwölf und 20 Jahre alt werden. Es gibt also noch viele Weihnachten bei den Dudweiler Rentieren. Die nächste Gelegenheit zu einem Besuch bei Schorsch, Momo, Sternchen und Rosalie ist am kommenden Sonntag. Um 16.30 Uhr findet im Stall in der ehemaligen Eisengießerei hinter dem Dudobad ein ökumenischer Gottesdienst statt.

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