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Kartoffelfeuer beim Heimatverein Scheidterberg

Auf dem Scheidterberg : Verein holt die Kartoffeln aus dem Feuer

Nach der Herbstwanderung des Bürger- und Heimatvereins Scheidterberg gibt es frisch gebratene Erdäpfel.

Da stehen die kleinen Kürbisse auf dem Tisch, hübsch verziert. Einem werden schwarze Haare aufgemalt, einem anderen blaue Ränder um die Augen aufgepinselt. Ein kleineres Exemplar wird gar komplett bunt bemalt. Mila Daniele steht dazwischen, höhlt eines der großen orangenen Gewächse aus und schnitzt ihm Augen. Ihre Mutter Melanie sagt, sie seien zum ersten Mal beim Kartoffelfeuer: „Wir haben gedacht, wir probieren es mal aus.“ So machen sie sich am Samstagnachmittag auf und wohnen dem Fest des Bürger- und Heimatvereins Scheidterberg bei.

 Am Vereinsheim in der Beerenfeldstraße versammeln sich Mitglieder und Freunde des Vereins und holen – wie es der Name der Veranstaltung bereits vermuten lässt – die gebackenen Kartoffeln aus dem kleinen Lagerfeuer. Dank frischen Dips und weiteren Leckereien verbringt man so eine gute Zeit in freundlicher Atmosphäre. Bereits im Vorfeld nehmen rund 20 Teilnehmer an der Herbstwanderung teil, die am Spielplatz am Höhenweg beginnt. Unter kompetenter Führung von Mitglied Martin Rast geht es am alten Forsthaus vorbei, am Waldstück entlang, bis man letztlich am Vereinsheim landet.

 Während der Wanderung erhalten die Teilnehmer Einblicke in die heimische Flora und Fauna. Vereins-Urgestein Georg Jungfleisch beispielsweise weiß zu berichten, dass vom alten Bestand an Esskastanien nur noch zwei Bäume übrig sind, und dass eines der Farngewächse, die Hirschzunge, „nur noch ganz selten“ sei. Bei Ersterem pflichtet Wanderführer Martin Rast bei: „Wie abgesprochen sind die Bäume nacheinander gestorben.“ Er selbst führt die Wanderungen nun im 10. Jahr. Anfangs sei ein Trupp von Männern „halt so durch den Wald marschiert“, wie er sich mit einem Augenzwinkern erinnert. Meist stellt er die Führungen unter ein bestimmtes Motto, im vergangenen Jahr ging es beispielsweise um invasive Pflanzen.

 Mark Fey, der Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins Scheidterberg, zeigt sich zufrieden mit Herbstwanderung und Kartoffelfeuer. Seit 2016 steht er dem Verein vor, der sich die Pflege der Scheidter Anhöhe auf die Fahnen geschrieben hat. So kümmern sich die rund 260 Mitglieder, von denen 191 auf dem Scheidterberg leben, unter anderem darum, dass der Friedhof dort immer schön sauber ist. Vor wenigen Wochen erst stellte man mit Hilfe der Landeshauptstadt Saarbrücken zwei Liegebänke auf. Eine unweit des Vereinsgeländes, eine andere auf dem Spielplatz. Bezahlt wurden sie aus der Vereinskasse.

 Zudem verschönerte man die Ortsmitte unweit des Wasserturmes. Dort stellte man Sitzbänke auf und pflegt den kleinen Brunnen. Auch für die Beleuchtung des Wasserturms, der abends angestrahlt wird, ist der Verein zuständig. Daneben initiiert man Veranstaltungen, wie das Kartoffelfeuer und das Maifest, das vom mittlerweile verstorbenen Mitbegründer und Vereinsmotor Paul Diener initiiert wurde. Er war auch maßgeblich daran beteiligt, dass der „Puhlbrunnen“ unweit des Spielplatzes errichtet wurde. Als nächstes größeres Projekt sind Willkommens-Schilder an den Auffahrten zum Scheidterberg vorgesehen, wie Mark Fey beim Ortstermin weiter erzählt.