Jetzt redet der Investor

Das Altenheim Elisabeth am Neuhauser Weg in Dudweiler ist voll belegt. Und weil das so ist und die Nachfrage künftig noch zunehmen wird, plant der Hausherr, der Riegelsberger Landtagsabgeordnete Volker Schmidt, eine Erweiterung. Seine einstigen Pläne hat er modifiziert.

Um das Senioren- und Pflegeheim Elisabeth am Neuhauser Weg hat es in den vergangenen Wochen und Monaten einigen Wirbel gegeben. Zuletzt beschäftigte sich der Saarbrücker Stadtrat mit dem Vorhaben des Hausherrn, das Altenheim zu erweitern (die SZ berichtete). Grundsätzlich stimmten die Stadtverordneten einer weiteren Bebauung auf dem insgesamt 6000 Quadratmeter großen Areal mehrheitlich zu.

Der Hausherr und Investor, Volker Schmidt (58), sieht sich und seinen Ansichten in der ganzen Diskussion zu kurz gekommen. Er moniert überdies, dass sein parteipolitischer Hintergrund - er ist Landtagsabgeordneter für die SPD - in Zusammenhang mit den Erweiterungsplänen in der öffentlichen Debatte zur Sprache kam. Das eine mit dem anderen zu verquicken, erachtet er als unnötig und suggestiv. Politisch Einfluss auf ihn betreffende Entscheidungen von Gremien zu nehmen, das liege ihm fern.

Volker Schmidt , von Beruf gelernter Krankenpfleger, ist schon lange in der Altenpflegebranche tätig. Ende der 1990 er Jahre hat er das Grundstück am Neuhauser Weg vis à vis zum Gasthaus Ülo (Monsieur Hulot) erworben, zuvor war er Betreiber des Altenheimes in der Trierer Straße in Dudweiler, das ihm zu klein geworden war. Dass er als Investor eines Neubaus damals den Anwohnern 20 Parkplätze in Aussicht gestellt habe, wie jüngst im Bezirksrat behauptet, sei schlichtweg falsch. ,,Warum sollte ein Privatinvestor auf seinem Privatgrundstück auf seine Kosten öffentliche Parkplätze für Anwohner errichten?", verdeutlicht Schmidt die aus seiner Sicht absurde Behauptung.

Im Übrigen verfüge das Seniorenhaus mit seinen 101 Bewohnern und 100 Bediensteten (davon 70 in Vollzeit) über eine Tiefgarage. Die solle bei Erweiterung des Hauses ebenfalls vergrößert werden. Und: Die bereits bestehenden Parkplätze entlang des Neuhauser Wegs sollen ,,grundsätzlich erhalten bleiben". Nicht richtig sei auch die Behauptung, das bestehende Gebäude sei höher ausgefallen als geplant, und man sei recht locker mit der Baugenehmigung umgegangen. Alles, sagt Schmidt, sei den rechtmäßigen Weg gegangen, daran sei nicht zu rütteln. Auch der Neubau werde nicht höher ausfallen als die Bestandsimmobilie und die Anwohner in der angrenzenden Birkenallee nicht beeinträchtigen. In Richtung dieser Straße sei eine maximal 18 Meter breite Hausfront geplant, mehr nicht.
Gestaltungsbeirat wirkte mit

Volker Schmidt in der Cafeteria des Hauses. Foto: Thomas Seeber Foto: Thomas Seeber



Volker Schmidt betont überdies, dass sich der Gestaltungsbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken in zwei Sitzungen mit den aktuellen Erweiterungsplänen befasst habe. Dieser Beirat sei ein Experten-Gremium mit drei freiberuflich tätigen Architekten - ,,eine fachlich kompetente, sachlich geprägte und vor allem unabhängige Beratungsinstanz für Bauherren", wie es die Stadt Saarbrücken beschreibt. Es geht um zeitgemäße Qualitätsansprüche, und diesbezüglich auch darum, wie sich ein Neubau am besten in die Umgebung einfügt. Die Mitglieder des Beirats, die auch zur Ortsbesichtigung in Dudweiler gewesen seien, so Schmidt, hätten hinsichtlich der ursprünglichen Planung ,,wesentliche Änderungsvorschläge" vorgebracht, ,,insbesondere hinsichtlich der Baumasse entlang der Birkenallee". Die Pläne seien daraufhin geändert, die Vorschläge der Experten ,,im Wesentlichen aufgegriffen" worden.

Die Vergrößerung des Seniorenhauses sei im Übrigen ,,sinnvoll und notwendig", der Bedarf, vor allem an Einzelzimmern sei steigend. ,,20 bis 30 qualifizierte Vollzeit-Arbeitsplätze" würden zudem durch die Erweiterung geschaffen werden. Was die Anwohner am Senioren- und Pflegeheim Elisabeth angeht, so zeigt sich Volker Schmidt gesprächsbereit, sobald die Planung auf festen Füßen steht. Nun gehe es aber erst mal darum, den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zu fassen. Das Bauvorhaben umfasse vornehmlich Ein-Bett-Zimmer für 65 bis 69 neue Bewohner. Derzeit sei das bestehende Gebäude ausgelastet.

Zu den neuen Zimmern kommen ein Aufenthaltsraum und Verwaltungsräume hinzu, die man dringend brauche. Indes werde die Freifläche im Außenbereich verdoppelt. Die Grundfläche des Neubaus mit vier Etagen umfasst nach Angaben des Investors insgesamt rund 1000 Quadratmeter. Im Gespräch mit der SZ betont der Investor ausdrücklich, dass hier alles ,,völlig legal" vonstatten gehe und keine Mauscheleien im Spiel seien. Das angepeilte Objekt komme im Übrigen auf Bauland zu stehen, also könne auch gebaut werden.