Ja, wo sind sie denn?

Sie haben mal wieder die interessantesten Bilder aus der Versenkung geholt und den neuen Jahreskalender mit Liebe und Hingabe gestaltet: die Mitglieder der Geschichtswerkstatt. Dudweiler früher und heute – da macht den ,,Ureinwohnern“ das Betrachten mächtig Spaß.

 Das ist die Liesbet-Dill-Straße in Dudweiler-Süd (von oben betrachtet) während der Erschließungsarbeiten Ende der 1950er Jahre. Fotos: Stadtarchiv Dudweiler
Das ist die Liesbet-Dill-Straße in Dudweiler-Süd (von oben betrachtet) während der Erschließungsarbeiten Ende der 1950er Jahre. Fotos: Stadtarchiv Dudweiler
 Damals ein echter Knüller: der Stephan Supermarkt.
Damals ein echter Knüller: der Stephan Supermarkt.
 Blick in die Scheidter Straße Richtung Ortsmitte. Das Foto entstand im Jahr 1925. Rechts geht's in die Rentrischer Straße. An der Ecke ist heute eine Bushaltestelle.
Blick in die Scheidter Straße Richtung Ortsmitte. Das Foto entstand im Jahr 1925. Rechts geht's in die Rentrischer Straße. An der Ecke ist heute eine Bushaltestelle.

Das gibt's doch gar nicht. So hat's da mal ausgesehen? Solche Fragen gehen dem Betrachter durch den Kopf, wenn er Seite um Seite des neuen Jahreskalenders der Dudweiler Geschichtswerkstatt in Augenschein nimmt. Nehmen wir doch nur einmal die Liesbet-Dill-Straße in Dudweiler-Süd. Heute stehen hier Zweifamilienhäuser dicht an dicht, es gibt Geschäfte, Arztpraxen , eine Apotheke und ein italienisches Restaurant, zwei Friseursalons. Es ist ein einziges Kommen und Gehen, die Parkbuchten sind stark frequentiert.

Was die eifrigen Hobbyhistoriker nun ausgegraben haben, ist ein Foto besagter Straße, das Ende der 50er Jahre entstand. Gähnende Leere, nichts als eine Dampfwalze - bevor hier ein stattliches Wohngebiet entstand. Herrlich auch die Aufnahme, die die Scheidter Straße in den 30er Jahren zeigt. Da muss man schon zwei- bis dreimal hinschauen, um die historische Szenerie zu erfassen.

Wehmut könnte allerdings bei vielen Dudweiler Bürgerinnen und Bürgern beim Betrachten des Fotos von 1975 aufkommen, das das Januar-Kalenderblatt ziert. Es zeigt die üppige Belegschaft der Bezirksverwaltung, die sich hinterm Rathaus postiert hat. Heute halten noch ein paar Damen und Herren die Stellung, denn, Sie wissen schon, dieses Jahr wurde der Sonderstatus gestrichen und mit ihm die Teilautonomie der Verwaltung. ,,Ja, wo sind sie denn?" hat dazu Werkstatt-Mitglied Friedel Meier hintersinnig gedichtet.

Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt haben auf jedem Kalenderblatt das Gestern und Heute gegenübergestellt. So sieht man beispielsweise im Juni das einst weithin bekannte und geschätzte Hotel-Restaurant Burkhart in der Kantstraße, das es heute nicht mehr gibt. Nach heftigem Umbau vor wenigen Jahren ziert das stolze Gebäude nun eine ,,kreischgrüne" Fassade, die doch einiges Aufsehen erregte.

Und erst der Stephan Supermarkt, der längst Vergangenheit ist. Es kam einer kleinen Sensation gleich, als der Markt in den 60er Jahren am Engelwirtsberg seine Pforten öffnete. So etwas hatte es bis dahin im weiten Umkreis noch nicht gegeben - mit großen Einkaufswagen und einem beachtlichen Sortiment.

Im Übrigen zeigt das Deckblatt des Kalenders das ,,Dorf Duttweiler anno 1820" von oben - gestaltet von Karl-Heinz Günther.

Der Jahreskalender 2015 ist zum Preis von fünf Euro in der Buchhandlung am Markt (Alban Sunde) und in der Gaststätte Kopps Haus erhältlich. Zudem kann man ihn auf dem Weihnachtsmarkt am 6. Dezember am Stand der Geschichtswerkstatt käuflich erwerben.

Kontakt: Friedel Meier, Tel. (0 68 97) 7 36 80.