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Interessengemeinschaft sammelt 200 Unterschriften

Interessengemeinschaft sammelt 200 Unterschriften

Die Baupläne für den Jahnsportplatz halten die Anlieger in Atem. Sie wenden sich nicht gegen das Vorhaben, dort ein Altenpflegeheim zu errichten. Sie wollen jedoch, dass man ihre Einwände berücksichtigt.

Der Bebauungsplan Jahnsportplatz stand erneut auf der Tagesordnung des Bezirksrates Dudweiler . Die Räte wurden zum geänderten Bebauungsplan angehört. In der Sitzung waren auch wieder zahlreiche Anwohner anwesend, die dem Projekt ablehnend gegenüber stehen. Sie haben ihrerseits eine Interessengemeinschaft "Bauprojekt Jahnsportplatz" gebildet.

Im Vorfeld zur Sitzung hatten sie bereits 202 Unterschriften gesammelt und dem Stadtplanungsamt übergeben. Die Anwohner betonen mehrfach in dem Schreiben, das auch der Saarbrücker Zeitung vorliegt, dass sie nichts "gegen die Einrichtung eines Altenpflegeheimes an sich" hätten. Eine solche Einrichtung könne jedoch nur erfolgreich sein, "wenn sie mit der Bevölkerung gemeinsam und nicht gegen die betroffenen Anwohner geplant wird." Als Problem wird die jetzt schon kritische Parkplatzsituation rund um den Jahnsportplatz aufgeführt. Die Anwohner befürchten zudem eine starke Zunahme des Verkehrslärms und halten die örtliche Lage für ungeeignet: "Mobil eingeschränkte Menschen können das Zentrum von Dudweiler weder zu Fuß (dauernde Steigung, teils unbegehbare Bürgersteige) noch mit dem Bus (fährt vom Hofweg nur Richtung Saarbrücken) erreichen." Auch der Bau einer noch möglichen Sporthalle auf dem Gelände wird kritisiert: "Beide Gebäude müssen als ein Gesamtkomplex gesehen werden. Dieser fügt sich nicht in das umliegende Wohngebiet ein, sondern erdrückt das unmittelbare Umfeld." Zudem wird eine zusätzliche Lärmbelästigung durch den laufenden Betrieb der Halle erwartet. Die Unterzeichner argumentieren, dass aufgrund der aufgeführten Probleme ihre Häuser im Wert sinken. "Es sollte daher in Erwägung gezogen werden, statt dessen eine nicht so massive und große Einrichtung zu planen, die in einer dem Wohngebiet wesentlich besser angepassten lockeren Bauweise errichtet werden könnte, zum Beispiel in Form mehrerer kleinerer, jeweils mit einem Gang verbundener Häuser mit Vorhaltung entsprechend ausreichender Parkplätze."

Die Kritik wurde allerdings von großen Teilen des Bezirksrates nicht geteilt. Einzig Mirko Welsch von der Alternative für Deutschland (AfD) stimmte gegen das Projekt: "Ich bin verwundert, dass die Proteste der Bürger nicht einfließen. Die Bedenken werden weggewischt. Ich kann den Murks nicht unterstützen." Woraufhin ihm von Gerd Kiefer (FDP ) "reiner Populismus" vorgeworfen wurde. Kiefer: "Es ist erfreulich, dass die Verwaltung den Bedenken der Anwohner nachgegangen ist." So sei die Anzahl der Stellplätze von 25 auf 35 erhöht worden: "Vielleicht werden nicht alle davon gebraucht, aber das ist auch gut so." Auch die Höhe sei bereits um ein Stockwerk reduziert worden. Die oberste Etage wurde weiterhin 1,5 Meter zurückgesetzt. "Das einzige Bedenken, dass nicht ausgeräumt wurde, ist die Sporthalle", räumte Kiefer ein. Seiner Meinung nach sei der Abstand zu der bestehenden Bebauung jedoch groß genug: "Die Vorlage wurde so verändert, dass man ihr zustimmen muss."

Ebenso sahen es CDU und SPD . Gabriele Ungers (Die Linke ) erklärte ihrerseits: "Die Parkplatzsituation ist vielleicht nicht zu 100 Prozent gelöst, doch der Gesamtnutzen der Anlage ist größer, als die Probleme." Und Peter Wünsch (Bündnis90/Die Grünen) argumentierte, dass ältere Menschen möglichst zentrumsnah untergebracht werden sollten. Zudem müsste man dem Sportverein die Möglichkeit einräumen zu überleben.

Dementsprechend entschied sich der Rat mehrheitlich, der Anhörung zuzustimmen. Einzig Mirko Welsch gab eine Gegenstimme ab.

Die Entscheidung soll allerdings erst vom Stadtrat getroffen werden. Der Tagesordnungspunkt ist für die Sitzung am 16. Februar vorgesehen.