In Dudweiler wächst die Wut

Dudweiler. Die Menschen in Dudweiler wehren sich gegen die Sparpläne der Landeshauptstadt. Unter anderem will die Saarbrücker Verwaltungsspitze das Freibad und das Lehrschwimmbecken in der Albert-Schweitzer-Schule schließen. Die Fach- und Dienstaufsicht für den Bauhof sowie die Kindertagesstätten und den Hort soll nach Saarbrücken verlagert werden

Dudweiler. Die Menschen in Dudweiler wehren sich gegen die Sparpläne der Landeshauptstadt. Unter anderem will die Saarbrücker Verwaltungsspitze das Freibad und das Lehrschwimmbecken in der Albert-Schweitzer-Schule schließen. Die Fach- und Dienstaufsicht für den Bauhof sowie die Kindertagesstätten und den Hort soll nach Saarbrücken verlagert werden. Und: Die Landeshauptstadt will das Dudweiler Bürgerhaus los werden. Es soll von einem Dritten vermarktet werden. Wohl deshalb soll auch die Bücherei im Bürgerhaus geschlossen werden. Die Vermarktung des Bürgerhauses wurde bisher von einer Mitarbeiterin der Bezirksverwaltung erledigt.Kritik an Charlotte BritzDer Protest gegen diese Pläne wächst. Nachdem bereits vergangene Woche die Freunde des Freibades ihrem Unmut Luft gemacht hatten, hatten für Samstag der Festausschuss Dudweiler Faasenacht und der Verkehrsverein Dudweiler zu einer Kundgebung ans Bürgerhaus eingeladen. Knapp 300 Bürger kamen. Ihre Forderung: "Hände weg von Dudweiler!" Die Bürger befürchten einen Totalausverkauf in Dudweiler und dass der Stadtbezirk zu einer Geisterstadt verkommt. "Die ganzen Vorschläge sind unausgegoren und nicht durchdacht", schimpfte Heinz Lackner, Präsident des Verkehrsvereins. Und: "Die angegebenen Zahlen zu den Einsparungen stimmen hinten und vorne nicht." Lackner: "Wir werden uns wehren, weil Dudweiler sonst zur Schlafstadt verkommt." Was im Stadtbezirk 36 Jahre prima funktioniert habe, wolle die Verwaltungsspitze in Saarbrücken jetzt mit einem Federstrich wegwischen. Lackner: "Das ist ungeheuerlich. Das werden wir Dudweiler Bürger uns nicht gefallen lassen." Der Bezirksbeigeordnete Jörg Sämann betonte: "So geht es nicht. Diesen Ausverkauf von Dudweiler werden wir nicht zulassen." Den knapp 300 Menschen rief er zu: "Lasst uns zusammenstehen und denen in Saarbrücken zeigen, was eine Dudweiler Harke ist." Ulrich Jäckels, Sprecher des Festausschusses Dudweiler Faasenacht, warnte davor, das Bürgerhaus zu verkaufen und die Vermarktung einem Dritten zu überlassen. Das sei garantiert mit erheblichen Mehrkosten für die Vereine verbunden. Viele Vereine seien dann bedroht. Jäckels: "Das Bürgerhaus muss bei der Bezirksverwaltung bleiben." Bei der Kundgebung wurde vor allem scharfe Kritik an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz laut. So erklärte eine Frau: "Sie weiß wohl nicht mehr, wo sie herkommt. Sie war doch mal Sozialdezernentin und müsste die Probleme der sozial Schwächeren kennen. Was sollen diese Menschen und deren Kinder denn im Sommer machen, wenn es kein Freibad mehr gibt und keine Bücherei mehr da ist, die ein Ferienprogramm organisiert?"Wilfried Stephan, er engagiert sich für den Erhalt des Freibades, erklärte: "Die Schließung ist von langer Hand vorbereitet. Schon seit zwei Jahren dürfen die Schwimmmeister das Wasser nicht mehr heizen. So reduziert man die Besucherzahlen."