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Praktizierte Bürgernähe: In der Mitte ist es etwas problematischer

Praktizierte Bürgernähe : In der Mitte ist es etwas problematischer

Beim Besuch in Dudweiler-Nord schaute sich Charlotte Britz auch die Straße „Im Tierbachtal“ an. Kritik gab es am Zustand der Bahnhöfe.

3,8 Kilometer legte man zurück, wie Charlotte Britz am Ende stolz mit dem Kopf nickend der Runde mitteilte. Saarbrückens Oberbürgermeisterin war am vergangenen Mittwoch auf Stippvisite in Dudweiler, genauer gesagt war sie in den nördlichen Teil des Stadtbezirks gekommen. Rund 30 Bürger hatten sich dem Stadtteilbesuch angeschlossen. „Das sind mehr als in Malstatt“, sagte sie über ihren dortigen Termin am Dienstag. Im Grunde war es ein entspannter Rundgang in einem der gepflegtesten Teile Dudweilers, bei dem sowohl die Oberbürgermeisterin als auch die Interessierten, unter ihnen Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz und Mitglieder des Bezirksrates, neue Ecken kennenlernten.

Vom Treffpunkt Feuerwehrgerätehaus führte der Weg zur Bahnunterführung an der Fischbachstraße. Diese soll erweitert werden, weil die Gehwege deutlich zu schmal sind. „Ein Kinderwagen oder ein Rollstuhl kann da nicht drüber“, sagte die Oberbürgermeisterin, die die angedachte Maßnahme begrüßte. Wie Christof Kreis vom Stadtplanungsamt ausführte, ist der Umbau für 2028 geplant, die Detail-Planungen seitens der Landeshauptstadt würden demnach 2024 beginnen.

Ein ausdrückliches Lob erhielten die Anwohner der Hochhäuser in der Skalleystraße. Seit die Feuerwehrzufahrt ordnungsgemäß versiegelt sei und die Markierungen zum Parkverbot angebracht seien, habe sich die Parksituation deutlich verbessert, wie Heike Ziegler vom Ordnungsamt mitteilte. 2016 habe es acht Verwarnungen gegeben, 2017 waren es 36 und im laufenden Jahr bislang neun.

Britz zeigte sich sehr begeistert von der neuen Gestaltung des Awo-Kinderhauses. Bei den Feierlichkeiten zum Ausbau im Inneren vor wenigen Wochen war sie bereits zugegen, nun schaute sie sich den Außenbereich mit neu gestaltetem Spielplatz an. Zwei der Geräte seien von der Awo selbst gesponsert, wie Architektin Saskia Lux erklärte. Das Spielhäuschen mit Rutsche komme von der Landeshauptstadt. Nach Fertigstellung, mutmaßlich im Juli, werde der Spielplatz wieder geöffnet, sodass auch Kinder von außerhalb zum Toben kommen dürfen.

Der Zustand der Straße „Im Tierbachtal“, die an der Firma Leffer vorbeiführt, war das nächste Thema. Während der obere Teil bereits fertiggestellt und die Maßnahmen am unteren Teil so gut wie abgeschlossen seien, sei das Mittelstück etwas problematischer, wie Klaus Franosch, Projektleiter beim ZKE, erklärte. Das liege vor allem an der Koordination der Schwerlasttransporte der Firma Leffer. Zudem würden das zerfallene Bürogebäude gegenüber der Leffer-Einfahrt abgerissen und neue Sozialräume geschaffen. Zusammen mit einem weiteren Neubau möchte Leffer seinen Zufahrtsbereich somit deutlich aufwerten.

Beim Ausklang, erneut bei der Freiwilligen Feuerwehr, merkten einige Bürger weitere Missstände an. So gebe es an der Ecke Saarbrücker Straße/Sulzbachtalstraße eine regelrechte Rattenplage. Eventuell, weil dort der Sulzbach entlang fließt, wie Reiner Schwarz mutmaßte. Eine weitere Meldung beschäftigte sich mit der Treppe an der Bahnunterführung von der Pfählerstraße zum Neuhauser Weg. Diese sei baufällig, verschmutzt und nicht beleuchtet.

Für Unmut sorgte auch der Zustand der Bahnhöfe. Stadtplanungsamt-Mitarbeiter Christof Kreis sagte, es sei seiner Meinung nach „unsäglich“, wie die Deutsche Bahn bundesweit verfahre. Sie verkaufe Bahnhofsgebäude an Privatiers, die sich danach nicht mehr um diese kümmern und sie verfallen ließen. Nichtsdestotrotz stehe der Bahnhof Scheidt auf einer Liste zur Aufwertung und zur Herstellung der Barrierefreiheit. Zudem stehe man mit der DB in Kontakt und leite Beschwerden und Anregungen weiter.