Humor und Komik in der Pflege

Das DRK im Saarland bietet zusammen mit dem Clown, Erwachsenen-Trainer und Autor Ulrich Fey innovative Weiterbildungskurse für Pflegekräfte an. Die Mitarbeiter sollen Teamarbeit und Humor lernen.

Lachen hilft, besonders bei Stress und in schwierigen Situationen. Davon ist der Clown, Erwachsenen-Trainer und Autor Ulrich Fey überzeugt. Der frühere Redakteur und Lehrer hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Saarland für seinen innovativen Ansatz in der Pflege gewinnen können. "Lachen hilft", ist der Hesse überzeugt. Kürzlich schulte er fast 20 in der Pflege arbeitende Leute in der Veranstaltung "Humor und Komik - in der Pflege?!" im Sozialzentrum des DRK in Dudweiler .

Ob bei der Betreuung von Demenzpatienten , bei Menschen, die unter Parkinson leiden oder die - unabhängig vom Alter - schwer behindert sind, oft sei die Intuition des Pflegepersonals das Beste, was den Patienten passieren kann: "Mit dem Verstand kommt Ihr hier nicht weiter", ist Fey überzeugt, Intuition sei wichtiger. Und das kommt offenbar an. "Über Fehler lachen, das ist wichtig", sagt auch Martin Erbelding, Pressesprecher des DRK.

Im Saarland hat Fey als Clown in drei Pflegeeinrichtungen Anfang 2014 schon sein Können gezeigt. "Das hat bei Manchen eine so positive Wirkung erzeugt, das hatten wir nie erwartet", so Erbelding. Jugenderinnerungen habe Fey mit seinem Humor wieder geweckt. Das sei für das Pflege-Personal bis dahin gar nicht machbar gewesen.

Gegen die Verbissenheit

Das Erfolgsrezept ist, mit Humor neue Perspektiven zu eröffnen, um gerade in schwierigen Situationen nicht mehr Angst zu fühlen oder davonlaufen zu wollen. Stattdessen setzt Ulrich Fey auf Freiräume für neue intuitive Wege. Es werde viel zu wenig gelacht - gerade in vielen Pflegeeinrichtungen.

Beate Ball-Keller kennt das als Kinderkrankenschwester, die oft mit behinderten jungen Leuten arbeitet: "Diese Verbissenheit in der Pflege, die zieht sich überall durch." Denn dort ist das Frustrationsrisiko hoch. "Die Bürokratie ist in jeder Hinsicht extrem", berichtet Christine König, tätig in der häuslichen Pflege, die an diesem ersten Clown-Kurs teilnimmt. Sie will mit Humor einen neuen Weg finden, Demenzpatienten wieder mehr Lebensfreude zu vermitteln. Beide sind begeistert von der innovativen Idee des DRK.

Dafür hüpfen sie dann schon mal, wie beim Freistoß an der 16er Linie, in der Fünfer-Kette. Denn einfach ist das Programm des Clown-Trainers nicht. Gleichzeit springen, gleichzeitig Pause machen, wieder springen, alles ohne Worte, ohne Zeichen. Der Dozent verlangt eine spontane Abstimmung aufeinander - und es gelingt ihm schnell, aus Einzelnen ein Team zu formen. Und es macht Freude, denn alle können beim Training herzlich lachen.

Mehr davon ist bereits in Planung: Am 17. Januar findet das Seminar erneut statt. Und vom 20. bis 22. März können sich Clowns bei Ulrich Fey weiterbilden. Geplant ist seitens des DRK, dass die Teilnehmer danach Pflege-Einrichtungen besuchen und somit Bewohnern mehr Spaß am Leben und dem Personal auch Freude bei der Arbeit mit den Kranken und Behinderten vermitteln.