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HSG Dudweiler-Fischbach verliert Andreas Nonnweiler und Luca Forchner

HSG Dudweiler-Fischbach : „Uns ist die Hierarchie weggebrochen“

Die abgebrochene Saarlandliga-Saison war für die Handballer der HSG Dudweiler-Fischbach ein Auf und Ab der Gefühle. Für Andreas Nonnweiler und Luca Forchner war das vorzeitige Saison-Aus bitter – sie beenden ihre Karrieren, ohne noch einmal gespielt zu haben.

Kein: „Wir hatten gerade einen Lauf.“ Kein: „Wieso musste das ausgerechnet jetzt passieren?“ Kein: „Das kam zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.“ Kein Klagen. Mit Blick auf das vorzeitige Saisonende im Handball hat Christian Mühler eine andere Aussage parat. „Die Pause war für uns top“, sagt der Trainer des Saarlandligisten HSG Dudweiler-Fischbach. Natürlich sei es schade, dass „auf einmal Stillstand“ herrschte und die Saison nicht zu Ende gespielt werden konnte, ergänzt Spielmacher Luca Forchner. Aber die Pause kam für die Handball-Spielgemeinschaft (HSG) zum richtigen Zeitpunkt. „Die Mannschaft ist auf dem Zahnfleisch gegangen“, berichtet Mühler. „Du hast gemerkt, dass die Körner weg waren, als wir in der Tabelle abgerutscht sind“, pflichtet ihm Linkshänder Mike Finkler bei.

Nach einem gelungenen Saisonstart, nach dem die HSG Dudweiler-Fischbach die Saarlandliga als Verfolger der Spitzengruppe überraschend aufmischte, rutschte sie in der Tabelle  schrittweise nach unten. Das Problem? „Uns ist die Hierarchie weggebrochen. Die Mannschaft war vom Kopf fertig. Wir haben uns selbst im Weg gestanden und alles auf die Goldwaage gelegt“, erklärt Mühler. Mit Andreas Nonnweiler (linker Rückraum, Kreuzbandriss), Luca Forchner (Rückraum Mitte, Hüftverletzung), Kapitän Marco Schuler (Rückraum, Handverletzung) und Luca Schichtel (linker Rückraum, Entzündung der Bizepssehne) fielen erfahrene Führungspersönlichkeiten und zudem der beste Torjäger der HSG Dudweiler-Fischbach aus. In Anbetracht der Umstände war für den Aufsteiger von 2018 nicht mehr zu holen als Platz neun zum Zeitpunkt des Saison­abbruchs, was aber dem gesteckten Ziel entspricht.

Das Corona-bedingte Aus kam im März, anderthalb Monate vor regulärem Saisonschluss – und war für die verletzten Luca Forchner und Andreas Nonnweiler gleichzeitig das Ende ihrer Karriere. „Natürlich ist es schade, dass man, wenn man sein Leben lang Mannschaftssport gemacht hat, nicht mehr dabei sein kann. Es schafft aber auch ungeahnte Freiräume. Die genieße ich jetzt mal“, sagt der 30-jährige Forchner und fügt mit einem Lachen hinzu: „Ich hätte gerne noch eine Abschlussfahrt hingelegt. Aber das lässt sich ja bestimmt nachholen.“

Inzwischen bestimmt die Aussicht auf die neue Saison das Tagesgeschäft. Trainer Mühler hat ab Mitte Juni eine vierwöchige, individuelle „Vor-Vorbereitung“ angeordnet. Ins „normale“ Training steigt der Saarlandligist Mitte Juli ein. „Intervall-Training, Bergläufe, Tempo. Alles draußen und darauf abgestimmt, wie die Hallenöffnung in Planung ist“, erzählt Mühler. Das Freiluft-Training mögen Hallensportler in der Regel zwar nicht so gerne, aktuell sei aber nicht mehr planbar. Denn wann die Saarlandliga den Spielbetrieb wieder aufnimmt, ist noch nicht sicher. In der Oberliga startet die Saison Anfang Oktober, in der Saarlandliga könnte es im November losgehen.

Egal wann die neue Spielzeit beginnt, die HSG Dudweiler-Fischbach wird mit einer jüngeren Mannschaft angreifen. Die umworbenen Luca Schichtel (20), Moritz Willscheid (20, Rechtsaußen) und Mike Finkler (21) bleiben trotz Angebote höherklassiger Vereine. Mit Etienne Müller (20, linker Rückraum) und Tobias Turich (20, Kreis) kommen zwei Spieler vom TuS Wiebelskirchen aus der Bezirksliga Ost, mit Christof Keller vom Verbandsligisten TV Kirkel ein 31-Jähriger Spielmacher. Der 24-Jährige Rouven Latz von Saarlandliga-Konkurrent SGH St. Ingbert belebt die Konkurrenz auf der Torhüter-Position, die mit Tim Andler, Carsten Mildenberger und Daniel Weber besetzt ist.

www.hsg-dudweiler-fischbach.de