Grünschnitt, Kabel, Batterien

Seit rund einem halben Jahr gibt es sie schon, die Wertstoff-Insel in der Schlachthofstraße. Bis zu 150 Bürgerinnen und Bürger fahren täglich die Annahmestelle an. Derzeit werden vermehrt Gartenabfälle angenommen.

 ZKE-Mitarbeiter Jürgen Quint im Bürocontainer.
ZKE-Mitarbeiter Jürgen Quint im Bürocontainer.

Ein ums andere Mal kommt ein heftiger Schutt von oben - sehr wechselhaft ist derzeit das Sommerwetter. Also ziehen wir uns mit Jürgen Quint in den blauen Bürocontainer zurück. Lothar Gräf und Hubert Prinz arbeiten draußen unverdrossen weiter. Weil ständig Kundschaft kommt, trotz der vielen Regenschauer.

Wir sind zu Besuch auf der Dudweiler Wertstoff-Insel. Seit rund einem halben Jahr gibt es sie in der Schlachthofstraße, nicht weit vom Bahnhof entfernt. Jürgen Quint - als Mitarbeiter des städtischen Entsorgers ZKE unter anderem auch für diesen Stützpunkt zuständig - hat uns eingeladen, einmal vorbeizuschauen. Der Laden brummt, täglich kommen 100 bis 150 Leute, um etwas loszuwerden, wie etwa den Grünschnitt aus dem heimischen Garten. Nicht jeder hat die Möglichkeit, ihn zu Hause zu kompostieren, also packt man ihn ein und fährt zur Insel. Und wenn wir schon mal beim Grünschnitt sind: Um Himmels willen nie mit dem Knöterich anrücken, denn wenn der sich einmal festgesetzt hat, kriegt man ihn nicht mehr los. Die Männer vom ZKE kontrollieren regelmäßig die Container, damit vom Knöterich nichts hinein gerät, erklärt Jürgen Quint. Das Grünzeug wird zur Kompostierungsanlage in Gersweiler verfrachtet und kommt als Komposterde mit Gütesiegel wieder zurück. 50 Liter lose - man muss also schaufeln - kosten 1 Euro, 25 Liter im Beutel abgepackt kriegt man für 2,50 Euro.

Auf der Wertstoff-Insel, so Lothar Gräf, herrsche allgemein ein freundliches Miteinander, selten sei mal jemand pampig, weil er am hiesigen Standort nicht alles an Unrat andienen kann. Holzabfälle etwa oder Bauschutt - solche Sachen nimmt jedoch das Wertstoff-Zentrum am Holzbrunnen (St. Johann) entgegen. Und das ist schließlich auch nicht weit entfernt. In Dudweiler ist dafür auf rund 800 Quadratmetern nicht genug Platz, deshalb heißt die Örtlichkeit auch Insel und nicht Zentrum.

Durchaus hilfsbereit seien er und seine Kollegen gegenüber den Bürgern, sagt Hubert Prinz auf SZ-Nachfrage. Weil nicht jeder Mensch starke Arme hat, packen die Männer vom ZKE auch mal mit an. Lothar Gräf schätzt, dass bis zu 85 Prozent der Kunden männlich sind. Auch ihnen kann eine helfende Hand nicht schaden, wenn sie schwere Sachen abladen müssen. Viele Leute seien begeistert, dass man hier in so sauberer Umgebung seinen alten Kram loswerden kann, erzählt Hubert Prinz. Und in der Tat: Hier liegt nichts rum, und es riecht auch nichts.

Kleines Fazit nach einem halben Jahr Wertstoff-Insel: Die Investition hat sich gelohnt, die Bürgerinnen und Bürger nehmen die Sammelstelle rege an.

Kostenlos kann man an der Örtlichkeit im Stadtbezirk folgende Dinge loswerden: Grünschnitt, Elektrogeräte, Kabelabfälle, Metalle, Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren, Altpapier, Altkleider, Kunststoffe, Auto- und andere Batterien sowie Kühl- und Gefriergeräte.

Öffnungszeiten (bis 31. Oktober): montags, dienstags, donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr; samstags von 10 bis 15 Uhr, mittwochs geschlossen.