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Grüne versuchen sich am Spagat im Stadtbezirk

Grüne versuchen sich am Spagat im Stadtbezirk

In einer Diskussionsveranstaltung stellte Bündnis 90/Die Grünen seine Sicht zum Einzelhandelskonzept der Stadt vor. Am Freitag kamen positive Signale für die Bewohner von Dudweiler-Süd.

"Die Zeit, in der man sich überlegt hat, Einzelhändler auf der Grünen Wiese anzusiedeln, ist vorbei", sagte Timo Lehberger, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat, am Donnerstagabend in der Jahnschenke in Dudweiler . Die Grünen hatten eingeladen, um den Bürgerinnen und Bürgern ihre Sicht zum Einzelhandelskonzept der Landeshauptstadt zu erläutern. Neben allgemeinen Einlassungen zum Konzept ging es auch konkret um Fragen zur Situation in der Liesbet-Dill-Straße und um die Fußgängerzone in Dudweiler .

"Wir wollen die Rahmenbedingungen setzen, um die Discounter in die Innenstadt zu locken, damit sie auch kleinere Angebote wahrnehmen", erläuterte Lehberger. Und im Falle der Liesbet-Dill-Straße ginge es darum, die Bereiche der wohnortnahen Versorgung zu stärken und zu sichern, ohne die Geschäfte im Dudweiler Zentrum weiter zu gefährden. Daher habe man sich dazu entschlossen, mit einer Bebauungsplanänderung den Umzug des Netto-Marktes auf das ehemalige Medica-Gelände in der Beethovenstraße zu verhindern, auch wenn nur knapp 400 Meter zwischen dem alten und den gewünschten neuen Standort liegen. Ein Punkt, dem manche der anwesenden Bürger nicht folgen konnten: "Ein Umzug um 400 Meter zu verhindern, weil die Mitte eventuell geschützt werden muss, ist unverständlich. Das Dorf ist tot, auf dem Friedhof ist manchmal mehr los", argumentierte Rado Schauby. Sie hat innerhalb kurzer Zeit 1133 Unterschriften von Menschen gesammelt, die sich um die Nahversorgung in Dudweiler-Süd sorgen (wir berichteten).

"Es ist ein schmaler Grad, die äußeren Standorte zu schützen, ohne das Zentrum zu gefährden", erklärte Lehberger und: "Es geht auch darum, keinen Präzedenzfall zu schaffen."

Zudem hatte er starke Zweifel daran, dass Netto den "Premium-Standort" in der Liesbet-Dill-Straße tatsächlich verlässt: "Ich bin der Überzeugung, dass entweder Netto drinbleibt oder sich schnell ein anderer findet." Würde der Markt in die Beethovenstraße ziehen, sei auch schnell die Filiale in der Dudo-Galerie in Gefahr. Allerdings räumte er ein, dass der kürzlich beschlossene Bebauungsplan zurzeit durch einen Widerspruch im Rechtsausschuss behandelt wird. So könnte die Änderung, die einen großflächigen Markt an dem Standort untersagt, noch gekippt werden. Und er bat darum, die Unterschriftenliste nicht nur bei der Stadt vorzulegen, sondern auch bei Netto, um den Willen der Anwohner dem Unternehmen zu signalisieren. Um die Fußgängerzone wieder zu beleben, forderten die Grünen etwa ein freies W-Lan in dem Bereich. Auch ein Stadtteilmanager wäre denkbar, doch hier sei das Problem der Finanzierung.

Zum Thema:

StichwortAm Freitag erreichte die Redaktion eine Presseerklärung der Netto Marken-Discount AG & Co. KG: "Netto wird vorerst die Nahversorgung seiner Kunden in Dudweiler-Süd aufrechterhalten. Nach positiven Gesprächen mit der Verwaltung und der Wirtschaftsförderung in Saarbrücken wird die mündliche Verhandlung statt Ende 2016 bereits früher stattfinden. Bei der Besprechung wird der negative Bescheid gegen den Neubau der Filiale in der Beethovenstraße thematisiert. Der voraussichtliche Termin für die Schließung verschiebt sich damit vom 2. April auf den 2. Juli 2016. Netto wird die Nahversorgung durch die Filiale in der Liesbet-Dill-Straße bis zur Neueröffnung des Marktes in der Beethovenstraße gewährleisten, sollte der neuerliche Bescheid zu Gunsten von Netto ausfallen." red