Gegen das Verbot von Sportveranstaltungen über Ostern

Gegen das Verbot von Sportveranstaltungen über Ostern

Sollte man Sportveranstaltungen in der Osterzeit verbieten? Diese Frage haben wir den Bürgern aus dem Sulzbachtal gestellt, denn Ostern ist eine Zeit der Besinnung und des stillen Gedenkens an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Für die meisten Menschen in Dudweiler und in Sulzbach (Fotos: Becker&Bredel) ist dies jedoch kein Grund, Sportereignisse zu verbieten.

"Ich fände es ganz und gar nicht gut, wenn es ein generelles Verbot für sportliche Ereignisse zur Osterzeit gäbe", sagt Marita Orth aus Dudweiler . Die Rentnerin ist der Meinung, dass man Kirche und Sport trennen sollte: "Sport ist doch gut für die Gesundheit. Das sollte man generell nicht verbieten". Für die 59-Jährige hat Ostern kaum noch Bedeutung.

Ihr Ehemann Hans sieht dies genauso: "Fußball an Ostern verbieten? Das ist doch Quatsch. Genauso wie das Tanzverbot. Das halte ich beides für unsinnig", so der 64-Jährige, der Ostern zwar mit seiner Familie verbringt, aber selbst nicht religiös ist. "Früher haben wir an Ostern auch Fußball gespielt. Und was ist eigentlich mit dem Pferderennen am Ostermontag in Güdingen? Da gehen die Leute doch auch hin, um sich zu amüsieren", betont der Dudweilerer.

Johann Holzer aus Dudweiler ist der Meinung, dass es jeder handhaben kann, wie er will: "Es steht jedem selbst zu, was er an Ostern macht. Früher wurden Fußballspiele sogar von Sonntag auf Samstag vorverlegt. Aber für die Menschen, die samstags arbeiten müssen, ist das auch nicht sinnvoll", erzählt der Rentner. Das Tanzverbot könne er nachvollziehen und einen Tag über die Feiertage nicht zu tanzen, findet er völlig in Ordnung. Für ihn ist Ostern ein wichtiges Fest: Wir gehen jedes Jahr in die Kirche und auch auf den Friedhof", so der 79-Jährige.

Hausfrau Nicole Gnauck feiert Ostern nur der Kinder wegen. "Für Kinder finde ich es schön, Ostern zu feiern. Mir selbst ist es nicht so wichtig. Ich fände es nicht schlimm, wenn es für Sportveranstaltungen ein Verbot gäbe", so die 38-Jährige aus Dudweiler . "Das Tanzverbot finde ich auch nicht schlimm", erklärt sie.

Auch Altenpflegerin Stefanie Weinhold, die in Sulzbach arbeitet, ist es eigentlich egal, ob Sport über Ostern stattfinden darf: "Jeder kann frei entscheiden, ob er sich auf solche Veranstaltungen begibt. Man wird ja nicht gezwungen, dort hinzugehen", sagt die 33-Jährige. Sie selbst wäre durch ein Verbot nicht eingeschränkt, könne sich aber vorstellen, dass es für Sportfans oder Mitglieder eines Sportvereins übertrieben erscheint.

"Jeder sollte es so handhaben, wie er will", meint Thomas Bauer aus Sulzbach, der ein Verbot weder als störend noch als sinnvoll erachtet. "Mir ist die eigentliche Bedeutung von Ostern bewusst und daher finde ich ein Tanzverbot am Karfreitag völlig in Ordnung. Es ist schließlich nur ein Tag", schildert der 41-jährige Monteur.