| 20:36 Uhr

Brief an Oberbürgermeisterin
Viel Blech verstopft die Fußgängerzone

 Kritiker Armin Gorges ärgert sich über die vielen Autos, die ungehindert durch die Fußgängerzone fahren.
Kritiker Armin Gorges ärgert sich über die vielen Autos, die ungehindert durch die Fußgängerzone fahren. FOTO: Armin Gorges
Dudweiler. Dudweiler Armin Gorges mahnt in einem Brief an die Oberbürgermeisterin Maßnahmen gegen Miss-Stände an. Von Michèle Hartmann

Einen offenen Brief hat Armin Gorges aus Dudweiler an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und an Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz gesandt. Das leidige Thema: die „Fußgängerzone“, die auch die SZ schon mehrmals beschäftigte. Gorges spricht von „unhaltbaren Zuständen“. Zu jeder Tages- und Nachtzeit seien dort Fahrzeuge in beiden  Richtungen unterwegs.


Als Gorges mit seiner Familie dort unterwegs gewesen sei,  habe ein Auto beinahe eines seiner Enkelkinder erfasst. Gorges’ Tochter habe ihr Kind gerade noch zur Seite gezogen. „Fußgängerzone ist da wohl eine irrwitzige Bezeichnung.“ Poller, die die Zufahrt außerhalb der Lieferzeiten verhindern sollen, stünden ständig offen. Nachfragen bei der Bezirksverwaltung hätten ergeben, dass diese wieder defekt sind. Und die Reparatur sei zu teuer.

Brief-Autor Gorges fragt, warum dort niemand regelmäßig kontrolliere. Seit vielen Jahren werde der Dudweiler Bevölkerung ein Sanierungskonzept für die Fußgängerzone versprochen, das aber auf sich warten lasse. Gorges: „Der Schwerpunkt Ihrer Aktivitäten, Frau Oberbürgermeisterin, ist für mich nur in der Mitte unserer Landeshauptstadt erkennbar.“



Reiner Schwarz indes sei „nur noch“ ehrenamtlicher Bezirksbürgermeister, hätte aber aufgrund der räumlichen Nähe zum Rathaus Dudweiler diese unhaltbare Situation bereits erkennen und reagieren müssen.

Bürgermeister Ralf Latz hat auf die Vorhaltungen aus Dudweiler geantwortet: Zunächst meint er, dass verantwortungs- und rücksichtslose Verkehrsteilnehmer in der Fußgängerzone falsch parken. Leider sei zunehmend – und nicht nur in Saarbrücken – festzustellen, dass Rücksicht und Vernunft im Straßenverkehr vermisst werden. Nur mit ordnungsrechtlichen Mitteln sei dem Phänomen nicht beizukommen, zumal die im Ordnungswidrigkeitengesetz vorgesehenen Verwarn- und Bußgelder offenbar für einige Leute nicht abschreckend genug wirken.

Unabhängig davon sei die städtische Verkehrsüberwachung in der Dudweiler Ortsmitte und in der Fußgängerzone aktiv, „dabei wurden im vergangenen Jahr etliche Anzeigen im Bereich der Fußgängerzone dokumentiert, aber auch in deren Umfeld“.

Zum Hinweis, die Poller seien defekt, teilt das Amt für Straßenbau und Verkehrsinfrastruktur auf Nachfrage mit, sie seien schon seit Anfang Februar repariert. Latz: „Seither liegt keine weitere Störungsmeldung vor.“

Die Poller seien aufgrund des Schreibens aktuell erneut kontrolliert worden. Ferner teilt das Fachamt mit, dass die Poller automatisch täglich zwischen 6 und 12 Uhr geöffnet seien, die „Ausfahrtpoller“ zur Rathausstraße jedoch dank einer Kontaktschleife von selbst  den Weg freigäben, wenn sich ein Auto nährt.

Zu bedenken sei, dass zum Beispiel Rettungsdienste die Poller öffnen dürfen. Danach würden sie nicht immer rasch wieder aufgestellt. Entsprechende Hinweise könne man jederzeit gern an das Straßenamt der Landeshauptstadt richten.

Hinsichtlich des Sanierungskonzepts für die Fußgängerzone teilt das Baudezernat mit, dass eine stadtinterne Arbeitsgruppe aus mehreren Ämtern mit den Überlegungen betraut ist, wie die Fußgängerzone in Dudweiler einerseits belebt und andererseits städtebaulich aufgewertet werden kann.

„Planerisch und baulich soll hierbei ein Konsens erzielt werden, der eine Befahrbarkeit für Lieferverkehr und Anlieger ermöglicht, aber auch für Fußgänger eine entsprechende Aufenthaltsqualität ermöglicht. Für eine diesbezügliche Planung sind auch bereits Gelder im Haushalt angemeldet“, teilt Bürgermeister Latz mit.