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Feuerwehr- und Polizei-Einsatz in Dudweiler wegen Täter im Gerätehaus

Spektakulärer Einsatz in Dudweiler : Feuerwehr bricht Übung ab, weil Randalierer am Gerätehaus wütet

Da hat sich wohl jemand mit den Falschen angelegt: Die Feuerwehr Dudweiler hat einen betrunkenen 55-Jährigen gestellt, der offenbar in ihr Gerätehaus einbrechen wollte, randalierte – und womöglich versucht hat Feuer zu legen.

„Oh leck!“ sagt der Saarländer gerne, wenn er sich kopfschüttelnd über etwas wundert. „Oh leck!“ werden viele sagen, wenn sie lesen, was der Freiwilligen Feuerwehr Dudweiler widerfahren ist. Die Einsatzkräfte üben montags, wie man Leben rettet, Brände löscht, Personen aus Fahrzeugen schneidet, Tiere aus Notlagen befreit. So auch an diesem Montagabend. Die Feuerwehr Dudweiler war diesmal am Güterbahnhof. Sie übte dort Brandbekämpfung. Plötzlich rief ein Kollege aus dem Gerätehaus in der Fischbachstraße an. Dort flippte ein polizeibekannter Mann völlig aus. Er randalierte und versuchte offenbar Feuer zu legen.

Der 55-Jährige, der alkoholisiert war, hatte auf dem Parkplatz am Gerätehaus eine unbekannte Flüssigkeit über ein altes Auto geschüttet und offenbar versucht, diese anzuzünden. Das Fahrzeug war dort für Übungszwecke abgestellt. Zudem hatte der in Dudweiler für seine Eskapaden bekannte Mann einen Zaun zum Grillplatz am Gerätehaus eingetreten. Offenbar wollte er über den dortigen Anbau in das Feuerwehr-Gebäude vordringen. Das bekamen drei ältere Feuerwehrkollegen im Gerätehaus mit. Sie informierten die Polizei sowie ihre jüngeren Kollegen, die im Übungsdienst am Bahnhof waren.

Spätestens jetzt wurde dem 55-Jährigen vielleicht klar, dass er sich mit den Falschen angelegt hat. Denn die Einsatzkräfte der Dudweiler Feuerwehr rasten sofort mit fünf Fahrzeugen und 25 Kollegen von ihrer Übung am Bahnhof zum Gerätehaus, um ihre drei Kollegen zu unterstützen. Denn der 55-Jährige hatte sich im Anbau an das Gebäude verschanzt und randalierte dort weiter.

 Der Täter trat einen Zaun ein, um auf den Grillplatz am Feuerwehr-Gerätehaus zu gelangen.
Der Täter trat einen Zaun ein, um auf den Grillplatz am Feuerwehr-Gerätehaus zu gelangen. Foto: Christian Montada/Feuerwehr

Die drei Kollegen verhinderten, dass er abhauen konnte. Als Verstärkung da war – die gesamte Feuerwehr Dudweiler war mittlerweile angerückt, ebenso die Polizei mit zwei Kommandos – bespuckte der 55-Jährige einen Feuerwehrmann, während dessen Kollegen die unbekannte Flüssigkeit untersuchten und mit Bindemittel verhinderten, dass sie sich ausbreitete. Woher der Täter die Flüssigkeit hatte, ist unklar. Offenbar entstammte sie aus einer illegalen Müllablagerung neben dem Fahrzeug, dass für Übungszwecke neben einem Container und einer Truhe abgestellt war.

Der 55-Jährige wurde von der Polizei in die Obhut von Verwandten übergeben. Gegen ihn wurden mehrere Strafanzeigen erstellt – unter anderem wegen Sachbeschädigung und Beleidigung. Der Feuerwehrmann, der von ihm angespuckt wurde, wurde im Krankenhaus untersucht. Die Untersuchungen, welche Flüssigkeit der Täter über das Fahrzeug geschüttet hat, laufen. Auf dem Kanister, in dem die Flüssigkeit war, sind Gefahrengut-Aufkleber. Sollte es sich tatsächlich um eine gefährliche Substanz handeln, muss gegebenenfalls der Teil des Parkplatzes am Feuerwehr-Gerätehaus dekontaminiert werden, auf dem sich die Flüssigkeit ausgebreitet hat.

Die Höhe des Schadens, den der betrunkene Randalierer angerichtet hat, ist noch unklar. Ebenso, wie es mit dem 55-Jährigen, der immer wieder durch seine Eskapaden auffällt, weitergeht.