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Er hat ein Händchen für alles Schöne

Er hat ein Händchen für alles Schöne

Dudweiler. In der Dürerstraße in Dudweiler hat sich die Wohnung von Joachim Fischer schon seit längerem in ein Atelier verwandelt. Groß- und kleinformatige Leinwände schmücken die Wände und Staffeleien. Sie zeigen vorrangig Landschaften in mediterranem Gewand, die Fischer in geometrische Felder gefächert darstellt

Dudweiler. In der Dürerstraße in Dudweiler hat sich die Wohnung von Joachim Fischer schon seit längerem in ein Atelier verwandelt. Groß- und kleinformatige Leinwände schmücken die Wände und Staffeleien. Sie zeigen vorrangig Landschaften in mediterranem Gewand, die Fischer in geometrische Felder gefächert darstellt. Aber auch karikaturistische Szenen mit Tieren, geometrische Figuren und Collagen findet man darunter. Der gebürtige Mettlacher, der seit 1971 in Dudweiler lebt, hatte immer schon ein Händchen fürs Schöne. "In der Schule hab' ich in Zeichnen immer eine Eins gehabt", sagt schmunzelnd der 59-Jährige. Das Schöne blieb bis heute sein Steckenpferd. Im Jahr 1982 vollendete er seine Dekorateurlehre und schaffte es in einem führenden deutschen Einzelhandelsunternehmen bis zum Chefdekorateur und Ausbilder. Von 1997 bis 2001 konnte Fischer sich in seiner freiberuflichen Tätigkeit kreativ weiter entfalten, drapierte, malte, baute Objekte bis hin zur Anfertigung von Tischobjekten für Großveranstaltungen. Doch den konkreten Anstoß zur Malerei gab ein ungeheurer Schicksalsschlag: "Den Verlust meiner Frau Christel nach sieben Jahren Krebskampf habe ich bis heute nicht verkraftet", sagt der Mann. Christel Fischer starb 1986 mit 34 Jahren. "Wir hatten so viele Pläne. Die Traurigkeit hat mich fortgerissen", erzählt der Witwer. Aber trotz des Verlustes und seiner beiden Schlaganfälle, die Fischer 1999 und 2001 erlitt und die ihn erwerbsunfähig machten, findet er Halt - in der Malerei. "Ich hab mich freigemalt", kommentiert er seinen inneren Weg. Und tatsächlich sprühen Fischers Bilder von positiver Energie. Orangetöne, frisches Grün, aber auch pastellfarbene Töne drücken vielfältige Gefühle aus. "Meine Sehnsucht ist es, schöne Bilder zu malen", kommentiert Fischer, der durch sein Handwerk auf sicheres Können zurückgreifen kann. Das Publikum scheint ihm Recht zu geben. Mehr als 30 Personen standen allein im Rahmen des Tages der Bildenden Kunst am 27. September dieses Jahres in Fischers Wohnstuben-Atelier und erfreuten sich an seinen Bildern. An diesem Tag durfte sich der Künstler in prominenter Gesellschaft wissen, denn anlässlich des 100. Geburtstages der Großstadt Saarbrücken öffneten viele namhafte Ateliers und Galerien dem Publikum ihre Pforten. "Der eine oder andere hat dann sogar Bilder von mir gekauft", sagt Fischer, der auch in Zukunft einen Teilerlös seiner Malereien der Saarländischen Krebsliga stiften will: "Da meine Frau und ich sehr viel Hilfe und Unterstützung durch die Saarländische Krebsliga erfahren haben, möchte ich mich mit einem Teilerlös bedanken", sagt Joachim Fischer. Fürs kommende Jahr hat er bereits neue Ausstellungen plant.