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Aus und vorbei: Einige Kunden sind echt stinksauer

Aus und vorbei : Einige Kunden sind echt stinksauer

Für großen Unmut sorgt die Schließung der Postbank in Dudweiler und der damit verbundene Umzug der Postfiliale im Stadtbezirk.

„Das ist unmöglich, das Verhalten“, schimpft Dorothea Meyer. Die Dudweilerin erledigt an einem ganz normalen Werktag ein Bankgeschäft in der Filiale der Postbank an der Ecke Saarbrücker Straße/St. Ingberter Straße. Im dortigen Finanzcenter werden auch Serviceleistungen der Deutschen Post angeboten – noch. Denn am kommenden Mittwoch zieht sich die Postbank aus Dudweiler zurück. Somit ist auch die Post gezwungen, ihren Service an einem anderen Ort anzubieten (wir berichteten). Unverständlich für Dorothea Meyer: „Hier war immer viel Betrieb.“

Will die 87-Jährige nun beispielsweise wissen, wie viel Geld noch auf ihrem Konto ist, muss sie eine gute Strecke fahren: Eine komplette Postbank-Filiale befindet sich in der Poststraße 48 in St. Ingbert. Der nächste Geldautomat ist auf dem Uni-Campus zu finden. „Wie lange fahre ich denn noch Auto?“, fragt die Seniorin rhetorisch.

Mit einem Tablet komme sie zwar klar, doch die Möglichkeit zur Online-Abwicklung von Bankgeschäften komme für sie nicht infrage. Der jetzige Standort sei ideal, hier gebe es immer Parkplätze in der Nähe. „Rücksichtlos ist das“, sagt sie.

„Ich bin richtig grääzisch“, sagt auch Heike Erlekötter. Sie wohnt in Jägersfreude, arbeitet auf dem Saarbrücker Rotenbühl und gibt dienstlich Post auf – nach Feierabend. Das mache sie meist in Dudweiler, weil es auf dem Weg liegt und man hier am alten Standort relativ bequem parken könne. Wenn man in Kürze auf dem Dudoplatz parken müsse und zur neuen Post gehe, dauere es natürlich ein bisschen länger – zudem müsse man Parkgebühren entrichten. Am jetzigen Standort kenne man sich und habe sich im Laufe der Jahre richtiggehend aneinander gewöhnt. „Ich bekomme jetzt schon Entzugserscheinungen“, sagt sie.

Eine, an die sich Heike Erlekötter gewöhnt hat, ist Andrea Neu. Sie hat bei der Deutschen Post schon stolze 32 Jahre auf dem Buckel und ist es gewohnt, alle paar Jahre die Filiale zu wechseln. „Mein Gott – das ist der Lauf der Zeit“, sagt sie. Seit rund sechs Jahren ist sie in Dudweiler, bald wird es sie nach St. Wendel verschlagen. Sie hat „von der Pike auf gelernt“, wie sie erzählt. In Riegelsberg war das, Postbeamtin im Mittleren Dienst, wie es sperrig und offiziell heißt. Sie ist von der Deutschen Post an die Postbank „ausgeliehen“.

Nach der Schließung am 23. Mai um 12.30 Uhr wird hier noch aufgeräumt, danach arbeitet sie im nördlichen Saarland. „Ein bisschen Wehmut ist immer dabei“, sagt sie. Man kenne ja alle Stammkunden, doch immerhin seien beispielsweise die Öffnungszeiten am neuen Standort kundenfreundlicher.

Dort ist montags bis freitags von 8 bis18 Uhr und an Samstagen von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Im Vorfeld seien übrigens alle Postbank-Kunden per Post über die Schließung informiert worden. Was bleibt, sind die Zusteller und die Packstation; die Automaten vor dem Finanzcenter kommen weg. Ab dem kommenden Mittwoch laufen die Postgeschäfte dann am neuen Standort.