Eine märchenhafte Lesestunde

Dudweiler · Die Bundestagsabgeordnete Anette Hübinger liest Grundschülern in Dudweiler vor und zieht sie dabei regelrecht in die Geschichten hinein.

Wenn man sich entscheidet, vor über 60 Kindern aus drei ersten Klassen vorzulesen, muss einem das Ganze mehr als wichtig sein. Das war es für Anette Hübinger durchaus, als sie in der Aula der Dudweiler Albert-Schweitzer-Schule auf der Bühne saß. "Ich bekam als Kind gerne vorgelesen", blickte sie kurz zuvor im Gespräch mit der SZ zurück. Für die 61-jährige Bundestagsabgeordnete ist Lesen quasi Leidenschaft. Sie liebt es, sich mit einem guten Buch zurückzuziehen und sich in eine neue Geschichte hineinzudenken. Das konnten auch die Kinder bei der Lesung. Sie waren sozusagen "noch frisch sensibilisiert", denn in der Vorwoche hatte die Schule eine Projektwoche (die SZ berichtete).

"Von daher passt der Termin ganz toll", freute sich Schulleiterin Ruth Währisch, als sie Hübinger begrüßte. Lesen sei ohnehin ein Schwerpunkt im Konzept, da man auch Veranstaltungen und Autorenwettbewerbe durchführe, so Währisch weiter. Doch an diesem Tag war das Zuhören angesagt. "Wer liest denn gerne?", fragte die Politikerin die Kinder. Viele Hände schnellten hoch. Gemeinsam zu lesen mache doch viel mehr Spaß als allein, meinte die Abgeordnete.

"Vorhang auf", heißt das Buch, welches Anette Hübinger in der Hand hält. Eine der Geschichten handelt von einer Entenjagd und dem damit verbundenen Abenteuer. Anette Hübinger unterbricht phasenweise, fragt die Kinder, hält Bilderseiten hoch und erklärt die Protagonisten. Die Kinder sind regelrecht wild darauf, zu kommentieren und eigene Erfahrungen beizusteuern. "Was grillen denn die Krokodile?", will Hübinger wissen. Wieder gehen fast alle Hände hoch. "Würstchen" lautet die Antwort. In der Geschichte "Der Zauberbrief" bekommt das Känguru Post. Es geht um ein eigenes Rezept für Tinte. Die Kleinen dürfen von ihren eigenen Experimenten berichten. Ein Junge verrät, wie er einen Luftballon, quasi als "Eisbombe", im Gefrierschrank präpariert hat. Einige der Erstklässler sind ruhig und aufmerksam, scheinen von dem Vorgelesenen geradezu gebannt. Bei anderen macht sich angesichts der Spannung leichte Unruhe bemerkbar. Die Bundestagsabgeordnete bezieht sie mit ein. "Was glaubt ihr denn, wie die Geschichte weitergeht?", fragt Hübinger. Die Schüler dürfen den Schluss selbst erfinden. Ratzfatz ist die Stunde vorbei. Das Vorlesen kam an, denn die Kinder rufen "nochmal". Alle Hände gehen hoch, als gefragt wird, wer Lust aufs Lesen bekam.

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