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Tag der offenen Gartentür
Eine kleine grüne Idylle in Dudweiler

Unter dem Motto „Gartenkultur fördern - Landschaft bewahren“ präsentierte Ludwina Kiefer (rechts) über 100 Gästen ihren Garten.
Unter dem Motto „Gartenkultur fördern - Landschaft bewahren“ präsentierte Ludwina Kiefer (rechts) über 100 Gästen ihren Garten. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Zum ersten Mal gewährte Ludwina Kiefer beim Tag der offenen Gartentür Besuchern einen Einblick in ihr „traumhaft schönes“ Reich. Und erntete viel Lob – nicht nur für ihre Pflanzen. Von Stefan Bohlander

„Die Keramik haut mich um“, sagt eine Besucherin. Eine andere fügt hinzu: „Sie haben echt ein Händchen dafür.“ Bei einer weiteren Besucherin schwingt fast etwas Neid mit, als sie bemerkt: „Ihre Stachelbeeren sind schon weiter als meine.“ Und eine Dame fasst ganz knapp zusammen: „Traumhaft schön.“ Es ist Sonntagnachmittag und Ludwina Kiefer in Dudweiler erwartet bereits ihren 100. Gast. Sie nimmt zum ersten Mal am Tag der offenen Gartentür teil.


Wie oben beschrieben, sind die Gäste so angetan von dem gepflegten Fleckchen in der Schwähnselstraße, dass sich manch einem die Frage stellt, wieviel Zeit pro Tag die 80-Jährige in ihrem Refugium verbringt. Jemand anderes kommentiert trocken, dass die bessere Frage sei, wieviel Zeit sie denn nicht im Garten verbringt. Ludwina Kiefer kann es selbst kaum einschätzen, sagt aber: „Im Sommer mache ich keinen Urlaub.“ Die Tage, die sie nicht in ihrem rund 600 Quadratmeter großen Garten verbringt, müsse sie schließlich nachholen.

Viel Arbeit steckt sie also da hinein, den Rasen zu schneiden, die Pflanzen zu setzen oder den kleinen Nutzgarten mit unter anderem Möhrchen und Zwiebeln zu pflegen. „Voriges Jahr habe ich Erdbeeren gepflanzt“, erzählt sie. Auch schwarze Johannisbeeren hat sie – die müsse sie bald einnetzen, sonst werden sie von Vögeln gefressen.



Bei Himbeeren rät sie, diese ab einer gewissen Länge quer zu pflanzen, sonst verbreitet sich das Obst sehr schnell sehr unkontrolliert. „Ja, sicher“, sagt sie, könne sie alle Pflanzen und Blumen in ihrem Garten benennen. Sie lese ständig etwas über Pflanzen und sammelt auch zahlreiche Informationen in einem Ordner zum Nachschlagen.

Einen Bereich, ziemlich mittig gelegen, nennt sie „meine blaue Zone“. Dort finden sich neben diversen Gewächsen auch einige Tonarbeiten – die sie natürlich noch selbst im örtlichen VHS-Töpferkurs hergestellt und blau glasiert hat. Hübsch verzierte Schnecken, Igel oder Zipfelmänner mit positiver Ausstrahlung sind dort zu finden. Ein etwa ein Meter hoher Japanischer Fächerahorn steht ebenfalls dort und sticht mit seiner herrlich rostroten Färbung deutlich hervor.

Auch sonst sind auf dem Gelände weitere Töpferarbeiten zu finden, meistens drei aus einer Reihe, wie eine Familie – „Vater, Mutter, Kind“, wie sie erzählt. Auch einige Deko-Figuren aus Holz oder Stelen aus Ton bereichern ihren Garten. Ein Turm aus Ton hat zurückgeklappte Fenster, auf denen die Farben von Spielkarten zu finden sind. Ein anderer wiederum ist der Turm von Rapunzel, sagt sie  verschmitzt lächelnd.

Bei der sehr gut ausgearbeiteten Gestaltung der Deko-Stücke kommt ihr sicherlich zugute, dass sie einst Porzellan-Malerin bei Villeroy und Boch war.

Oftmals sitzt sie im Haus oder in einem schattigen Plätzchen draußen und denkt sich: „Was könnte ich in meinem Garten noch ändern?“ Trotz der Vielfalt der Pflanzen hat sie jedoch kein Lieblingsgewächs. „Die haben alle etwas Schönes“, sagt sie.

Ein Vorteil von Gartenarbeit gegenüber der Hausarbeit sei es, dass man die Eleganz der Pflege immer sehe. „Staubwischen sieht man doch nur, wenn man es nicht macht“, gibt ihr eine Besucherin Recht.