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Nicht kampflos: Eindringlicher Appell an die Deutsche Post

Nicht kampflos : Eindringlicher Appell an die Deutsche Post

Bezirksrat verabschiedet Resolution für Verbleib am Standort. Neue Filiale erfülle nicht Anforderungen an Barrierefreiheit.

Die Schließung der Servicefiliale der Deutschen Post AG war erneut ein Thema im Bezirksrat Dudweiler. Auf Initiative von Annabelle Sonntag (FDP) reichten die Vertreter der SPD, CDU, Die Linke, Bündnis90/Die Grünen und eben die FDP eine gemeinsame Resolution ein. Darin geht man nochmals auf die Vorteile des alten Standorts ein: Barrierefreiheit, bürgerfreundlicher Umgang, ausreichende Parkmöglichkeiten, hohe Frequenz.

Weiter heißt es unter anderem: „Versuche der Deutschen Post AG, die jetzige Lage schönzureden, weist der Bezirksrat entschieden zurück. Die jetzige Filiallösung erfüllt in keiner Hinsicht geltende Mindeststandards für einen barrierefreien Zugang. Die Parksituation ist unzureichend. Wildes Parken wird die Folge sein. Eine Verschlechterung des Dienstleistungsangebotes ist zu erwarten. Der Bezirksrat fordert die Deutsche Post AG auf, die Möglichkeiten zur weiteren Nutzung des ehemaligen Postgebäudes (am jetzigen Standort) zu eruieren und ein barrierefreies und bürgerfreundliches Dienstleistungsangebot sicherzustellen.“

Einer, der sich der Resolution nicht anschloss, ist Bezirksverordneter Mirko Welsch (Bürgerbündnis Saar), der sich in aller Deutlichkeit davon distanzierte: „Diese Resolution … ist billiger Populismus im Stil der AfD.“ Man fordere ein Verbleiben, obwohl kein Pächter zu finden sei und wolle schlicht „die Post nicht in einem Lotto-Laden haben“. Was seiner Meinung nach besonders merkwürdig ist: „Diese Resolution geht an der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen im Dorf vorbei. Denn zur Schließung der Postbank äußert man sich in jener Resolution nicht.“ Nun stünden etliche Empfänger von Hartz 4 aber vor Problemen, weil sie ohne Bankkonto ihren Scheck nur bei der Postbank einlösen könnten. Deswegen fragt Welsch: „Wie sollen diese am Monatswechsel nach St. Ingbert oder nach Saarbrücken kommen, wenn sie pleite sind? Diese Resolution ist daher für mich realitätsfern und unsozial.“