| 20:51 Uhr

Auf Schusters Rappen
Ein Wiedersehen unter freiem Himmel

Hier wandern die Marschfreunde Ensheim am Dreibannstein im Dudweiler Wald.
Hier wandern die Marschfreunde Ensheim am Dreibannstein im Dudweiler Wald. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Die große IVV-Wanderung hat am Wochenende wieder hunderte Wanderfreunde aus nah und fern nach Dudweiler kommen lassen. Von Petra Pabst

Die Kennzeichen an den parkenden Autos und Bussen rund ums Bürgerhaus belegten, dass am vergangenen Wochenende viele Gäste aus nah und fern hier waren. Sogar aus Nürnberg, Frankfurt oder Düsseldorf waren einige angereist. Manche nennen sich „Kilometerfresser Schmelz“ oder „Ramstein Roadrunners“ - doch was hatte sie hierher gelockt? Es waren die drei Buchstaben IVV (Internationaler Volkssportverband), die darauf hinwiesen, dass am Wochenende der 51. IVV-Wandertag stattfand, zu dem den Wanderverein Dudweiler Saar eingeladen hatte. Viele hundert Freizeitsportler trafen sich seit den frühen Morgenstunden am Bürgerhaus zur Registrierung und holten sich ihre Startkarte für 2 Euro ab.


„Rund 500 Meldungen haben wir schon für den Samstag. Und morgen erwarten wir etwa 800“, so die Auskunft der fleißigen Damen und Herren am Registrierungstisch. Die Wanderfreunde kommen teilweise hunderte von Kilometern gefahren, um an neuen Orten ihre Wegstrecken zu erwandern. Sie lassen sich die Kilometer per Stempel in ihrem Wertungsheft nachweisen und erlaufen sich damit verschiedene Abzeichen und Ehrungen. Auch Menschen mit Behinderung sind dabei. „Jeder ist herzlich willkommen, ob Mitglied eines Wandervereins oder nicht. Jeder wandert in seinem persönlichen Wohlfühltempo, ob sportlich oder gemütlich. Wettbewerb und Konkurrenz kennt man beim Volkssport Wandern nicht“, so formulierte es Willi Pitz, Vorsitzender des Dudweiler Wandervereins und des Landesverbandes Saar in der Einladung.

Die Dudweiler Wanderfreunde haben ihren Gästen Wanderstrecken von 5, 10, 16 und 21 Kilometern vorbereitet. Die Wege sind bestens mit rot-weißen Flatterbändern oder mittels Kreide auf den Boden gesprühten Pfeilen und Zeichen gekennzeichnet. Das Wanderwetter könnte nicht besser sein. Der Himmel ist wolkenlos und bei frühlingshaften Temperaturen weht ein laues Lüftchen. Nach 2,8 Kilometern trifft man am Dreibannstein bereits auf die erste von insgesamt vier Kontrollstellen. Hier, quasi am „Dreiländereck“ mitten im Wald, das die Gemarkungen Scheidt, St. Johann und Dudweiler von einander trennt, können sich die Wanderer mit kühlen Getränken erfrischen und eine Pause einlegen. Sie treffen im Minutentakt ein. Man kennt sich untereinander, freut sich, dass man sich hier wiedersieht, hält ein kurzes Schwätzen und zieht weiter.



„Am Donnerstag haben wir die Strecken bereits abgefahren und die Markierungen vorgenommen“, so Peter Kurz und Felix Löchner, die den Helfern gerade frischen Tee bringen und die Markierungen überprüfen. Man trifft tatsächlich auf die unterschiedlichsten Menschen, alleine, in Gruppen oder auch mit Hund. Wie zum Beispiel das Ärzte-Ehepaar Abels aus Köllerbach. „Wir wandern viel und reisen auch im Urlaub meist an Orte, in denen wir unserem Hobby, dem Wandern, nachgehen können“, sagte Stefan Abels. Sie wandern auf der 16-Kilometer-Strecke. Der Völklinger Gerolf Klein packt seine Wanderschuhe und -stöcke ebenfalls an jedem Wochenende ein. Mit seinen 79 Jahren ist er mit erstaunlich flottem Schritt unterwegs. „Ich nehme oft an Wanderungen teil. Letzte Woche war ich im Hunsrück unterwegs. So lernt man auch mal unbekannte Gegenden kennen“, sagt er.

Beeindruckend auch ein Teilnehmer aus Saarbrücken, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. In diesem Monat wird er stolze 90 Jahre alt, doch die sieht man ihm nicht im geringsten an. „Ich habe vor 25 Jahren nach meiner Pensionierung begonnen, zu wandern und gehe an jedem Wochenende bei jeder Witterung hinaus und genieße die Bewegung an der frischen Luft. Dabei mache ich auch gerne Fotos und habe bereits 65 Fotoalben gefüllt mit Erinnerungen“,  erzählt er. Bei rund 60 saarländischen Vereinen findet man tatsächlich an jedem Wochenende im Jahr Gelegenheit, an Wanderungen teilzunehmen. Zurück am Start- und Zielpunkt stärken sich die Teilnehmer bei einem Mittagessen oder Kaffee und Kuchen an den mit Blumen geschmückten Tischen. Hier trifft man auch wieder Willi Pitz. Der Dudweiler Verein zählt unter seinen 114 Mitgliedern rund 70 Aktive zwischen zwei und 95 Jahren. „Insgesamt 60 Helfer sind an diesem Wochenende täglich im Einsatz. Ihnen danke ich ganz besonders für die Unterstützung“, sagt Pitz. Im Mai, August, November und am 30. Dezember bieten die Dudweiler Wanderfreunde wieder geführte Wanderungen an. Außerdem gibt es regelmäßig Fahrten und Feiern.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich bei Willi Pitz unter Telefon (0 68 97) 7 72 99 oder (01 60) 98 64 63 11 melden.