Herr der Züge: Ein Kindheitstraum von 75 Metern Länge

Herr der Züge : Ein Kindheitstraum von 75 Metern Länge

Der Modelleisenbahner Kurt Hofer hat sich in seinem Garten einen Wunsch erfüllt. Seine Ehefrau nimmt das gelassen.

Kurt Hofer aus Jägerfreude ist begeisterter Modelleisenbahner und war kürzlich im Fernsehen. Er hat hinter dem Haus eine sehenswerte Freiluft-Modellbahn, mit der er sich seinen Kindheitstraum erfüllt hat. „Früher hatte ich nicht das nötige Kleingeld dafür, da standen einfach wichtigere Dinge wie Renovierungsarbeiten im Haus an. Jetzt wird es immer mehr“, erzählt der 71 Jahre alte Rentner aus Jägersfreude. Angefangen habe alles mit einer Anfängerlok, der „Stainzeisenbahn“, die zwei Waggons mitführte. Zu Beginn hatte die Strecke einen Durchmesser von zwei Metern und fuhr im Kreis. Erst im Partyraum, und dann sollte diese um den Teich im Garten kreisen. Allerdings war der Teich zu groß. Kurt Hofer hatte ihn dann für die Bahn verkleinert.

„Ich bin begeistert von seinem Hobby, am Anfang war ich jedoch sehr zögerlich. Es sollte nur eine Lok bleiben und nicht zu groß werden, aber was bei uns Frauen Taschen und Schuhe sind, sind bei meinem Mann die Modelleisenbahnen“, berichtet Ehefrau Christel Hofer voller Freude. Die Steuerung läuft über eine App auf dem Smartphone. „Natürlich können meine Dampfloks auch dampfen“, schwärmt Kurt Hofer. Auf seiner 75 Meter langen Strecke können drei Lokomotiven und ein Pendelverkehr gleichzeitig fahren. „Wenn alle fahren, macht mir das unglaublich viel Spaß. Kommt dann aber eine Störung auf, sollte mich niemand ansprechen, dann ist meine Laune ganz schnell im Keller“, erklärt der Beamte im Ruhestand. Es gibt spezielle Reinigungsgeräte, so zum Beispiel eine Reinigungslok, die dann mehrere Runden über die Schienen fährt. Die Nadeln der Fichte im Garten der Hofers stören den Eisenbahnbetrieb extrem, doch die Fichte wird im Herbst entsorgt, wie Kurt Hofer sagt. Die Schleimspur der Schnecken stellt auch ein Problem dar, sobald Schleim auf den Gleisen ist, wird kein Kontakt zwischen Lok und Schienen hergestellt. „Wenn es Störungen gibt, bin meistens ich es. Wenn ich die Blumen gieße oder etwas im Garten arbeite“, erzählt Christel Hofer lachend. Nach jedem Regen müssen die Schienen gereinigt werden. Kurt Hofer: „Ich baue sehr viel eigenständig, so die Burg aus kleinen Ziegelsteinen, daran saß ich vier Wochen. 400 Figuren zieren die Landschaft in meinem circa 100 Quadratmeter großen Garten, einige Figuren habe ich selbst mit Lack bemalt.“ Vor allem Urenkel Leon ist begeistert. Der Vierjährige schaut den Zügen immer wieder  unheimlich gerne zu.

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