Ein alter Brauch wird wiederbelebt

Ein alter Brauch wird wiederbelebt

Dudweilers Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz wird am kommenden Samstag mit der ,,Long Stong“ bedacht. Mithin werden ihm auch die Verleihungsrechte für die ehrenvolle Auszeichnung übertragen.

88 Jahre ist er mittlerweile alt. Und nun will er seine alleinigen Verleihungsrechte für einen ehrenwerten Gegenstand abgeben: Hermann Schon. Der ehemalige Bezirksbürgermeister von Dudweiler (1974-1993) wird zugegen sein, wenn Reiner Schwarz, der amtierende Bürgermeister im Stadtbezirk, am Samstagabend im Sängerheim des Männerchores Harmonie eine besondere Wertschätzung erfährt. Denn es geht um die ,,Dudwiller Long Stong", die ihm feierlich überreicht werden soll. Eine nicht alltägliche Ehrbekundung ist dies, wie uns der Vorsitzende des Männerchores, Uwe Staub, erklärt.

Doch zurück zu den Anfängen, als der weit über die Grenzen des Landes bekannte Sulzbacher Schriftsteller Ludwig Harig (89) diesen Begriff prägte und dem örtlichen Dialekt ganz nebenbei auch ein wenig huldigte.

In seiner Rede zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 1977 erinnerte er an den ,,Monn mit da long Stong", der in der Abenddämmerung bedrohlich mit einer langen Stange zum Anzünden der Gaslaternen auftauchte und dabei Angst und Schrecken unter den Kindern, auch bei denen aus Sulzbach, verbreitete. Doch die Dudweiler ,,Grammetschler" - ebenfalls eine Wortschöpfung Harigs - nahmen dem Dichter aus dem Nachbarort seine augenzwinkernd spitzen Bemerkungen nicht übel und verliehen ihm als Erstem im Jahr 1987 die ,,Dudwiller long Stong". Bis zum Jahr 2013 folgten noch weitere honorige Herrschaften aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Vereinsleben, die sich mit dem Ehrenzeichen schmücken durften und dürfen. Darunter auch Uwe Staub, der in seinem ehrenamtlichen Engagement kaum zu toppen war und immer noch ist.

Und nun kommt Hermann Schon ins Spiel. Er nämlich wird seine alleinigen ,,Long Stong"-Verleihungsrechte an Reiner Schwarz weitergeben, sodass auch künftig Persönlichkeiten aus dem Stadtbezirk ob ihres segensreichen Tuns zum Wohle der Allgemeinheit geehrt werden können.

Aussehen und Form der zu verleihenden ,,Long Stong" sind seit der ersten Übergabe vor knapp 30 Jahren gleich geblieben, erklärt Uwe Staub im Gespräch mit der SZ. Um die 2,5 Meter hoch ist sie und in der Tat ein stolzes langes Teil. Hinzu gesellen sich eine schmucke Ehrentafel und eine Urkunde. Dessen nicht genug dürfen sich die geehrten Persönlichkeiten auch ins Goldene Buch des Stadtbezirks eintragen.

Ein fünfköpfiges Gremium, einschließlich des amtierenden Bezirksbürgermeisters, wird in den nächsten Jahren über die Vergabe des Ehrenzeichens befinden und diese Entscheidung auch begründen.