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Ehrenamtliche Gärtner an der Saar-Uni

Dudweiler. Personalmangel und Wildschweine sorgten zuletzt für arge Verwilderung des Freilandbereichs im Botanischen Garten der Saar-Uni. Eine muslimische Gemeinde legt jetzt ehrenamtlich Hand an und verschönert en Garten. Joel Baronsky

Die Universität des Saarlandes will sparen. Zu den zentralen Einrichtungen, bei denen man kürzer treten wird, zählt auch der Botanische Garten . Stellenkürzungen hatten zuletzt die Folge, dass Teile des Außengeländes, insbesondere der Gehölzgarten (Arboretum), sehr verwilderten. Vor allem um diesen Bereich des Gartens wird sich künftig die muslimischen Gemeinde "Ahmadiyya Muslim Jamaat" als gärtnerische Aushilfe kümmern.

An die Gruppe vermittelt wurden die Arbeiten über Nida Bajwa. Er ist selbst Mitglied und arbeitet an der Universität des Saarlandes am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie.

Als er von der unglücklichen Lage des Botanischen Gartens hörte, ergriff er zügig die Initiative und konnte die übrigen Angehörigen der Gemeinde für die ehrenamtliche Tätigkeit begeistern. Diese werden zukünftig samstags an der Universität anpacken, da die meisten Helfer berufstätig sind.

Am Vormittag nun haben die ehrenamtlichen Helfer erstmals Hand angelegt. Unter anderem waren zwei Ärzte, zwei Rentner und ein Ingenieur aus den Reihen der muslimischen Gemeinde auf dem Gelände zu Gange. Nachdem sie etwa eine Stunde von einer Fachkraft eingewiesen wurden, ging es los: Der sich immer weiter ausbreitende Bambus wurde gestutzt und auch das Laub wurde zusammengerecht.

Das Arboretum war zuletzt das "Sorgenkind" des Botanischen Gartens.

Wie Dr. Wolfgang Stein verlauten ließ, ist der Gehölzgarten den Wildschweinen zum Opfer gefallen. Diese seien im vergangenen Jahr gleich zweimal eingedrungen. Nun habe man zwar Wildschweinsperren aufgestellt, doch wegen des Personalmangels haben sich auch andere Baustellen aufgetan. Die Wege sind nicht gepflegt, der Rasen wurde nicht gemäht, auch das Laub liegt noch herum. All diesen Dingen werden sich jetzt die Helfer von der "Ahmadiyya Muslim Jamaat" zuwenden.

Nida Bajwa betonte die Hilfs- und Integrationsbereitschaft, die bei "Ahmadiyya Muslim Jamaat" an den Tag gelegt werde. Außerdem stärke es die Gruppe, für eine solche Arbeit zusammenzukommen und anzupacken. Man freue sich zudem über die schnellen Resultate, die bei dieser langfristig angesetzten Tätigkeit sichtbar werden und ist glücklich, dem Botanischen Garten der Universität somit helfen zu können.

In einer Zeit, in der islamistische Gruppierungen im Fokus der Medien stehen, sei es auch Motivation seiner muslimischen Gemeinde, mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit einen Beitrag leisten zu können. Denn vor allem lehre der Islam Freiheit und Toleranz, sagt Bajwa.