Dudweiler: Oberbürgermeisterin Charlotte Britz in Herrensohr

Rathauschefin vor Ort : Für Dudweiler liegen keine Pläne zum Bau einer Moschee vor

Die Saarbrücker Oberbürgermeisterin machte einen Kurztrip durch Herrensohr und zeigte sich angetan von den Projekten vor Ort.

Der Treffpunkt (Parkplatz Sulzbachtalstraße/Wilhelmshöhe) liegt ein wenig versteckt hinter Hecken und Containern. So war am vergangenen Mittwochnachmittag nicht jeder/jede pünktlich, als Charlotte Britz in ihrer Eigenschaft als „Oberbürgermeisterin vor Ort“ auf der Wilhelmshöhe  Station machte.

Doch auch die Rathauschefin (SPD) kam ein paar Minuten zu spät, respektive wurde vorgefahren. Beim Aussteigen wünschte sie in ihr Handy noch kurz gute Besserung und ließ Grüße ausrichten. Dann widmete  sie sich „ihren Gästen“ und begrüßte  sie alle einzeln mit Handschlag. Danach richtete sie einige wenige Worte zum Einstieg in den Rundgang, der etwa  eine Stunde später in der TuS-Halle in Herrensohr mit der Abschlussbesprechung enden sollte. Die Zuhörer machten es Britz leicht, eine gute Atmosphäre zu schaffen. Denn der „normale Bürger“ war nicht wirklich dabei. Kein Wunder: Entweder arbeitete er/sie, hatte andere (wichtigere) Termine oder hat schlicht und einfach kein Interesse an Politik, auch nicht an der kommunalen.

Schnell übergab die Amtsinhaberin und erneute OB-Kandidatin das Wort an  Alexander Deutsch vom Verein „Pfad der Sinne“. Dieser plant einen den Vereinsnamen  tragenden Weg auf den „Herrensohrer Wiesen“. Deutsch stellte das Projekt vor, das aber noch nicht von der Stadt genehmigt ist. Es solle hier ein Erfahrungsraum entstehen, der Menschen aller Altersgruppen und Kulturen, insbesondere benachteiligten Menschen zur Verfügung steht. Laut Deutsch soll an dieser Stelle im Wiesental ein Treffpunkt zum gesellschaftlichen Miteinander inklusive vielfältiger Naturerfahrungen entstehen. Großen Wert lege der Verein auf Niederschwelligkeit und Barrierefreiheit. Doch vor die mögliche Genehmigung haben Britz und die sie begleitende Grünamtsleiterin Carmen  Dams Fragen nach der Verkehrssicherungspflicht gestellt. Das könnte im schlimmsten Fall bedeuten, dass das gesamte Projekt von knapp einem Hektar Größe eingezäunt werden müsste. Und das würde etwa die Hälfte der Gesamtkosten verschlingen. Hier soll es zeitnah Gespräche von Verwaltungs- mit Vereinsmitgliedern geben, so das Fazit.

Weiter ging der Tross um die Oberbürgermeisterin zum Spieleareal am Lindenplatz. Das machte auf die Besuchergruppe einen sehr ordentlichen Eindruck, kleinere Holzschäden an Bänken oder Geräteeinfassungen werden städtische Arbeiter zeitnah beheben, versprach Dams. Auch Britz zeigte sich angetan von dem Quartier und lobte die gepflegten Häuser und Gärten, ebenso entlang der Oberstraße.

Diese führte zur nächsten Station, dem ehemaligen Frick-Gelände. Hier wurde Klaus Müller, Geschäftsführer der Firma Speicher Boxx Operation GmbH, ausreichend Gelegenheit eingeräumt, das Konzept vorzustellen: Es handele sich hierbei um eine „unkomplizierte Lagermöglichkeit, Möbel zwischenzulagern, Handelsware unterzustellen, Akten zu deponieren oder Hausrat zu lagern“. Britz und ihre Gefolgschaft zeigten sich beeindruckt von Angebot und Ausführungen.

Zu Fuß ging es weiter zum Ziel der Tour, wo Laugengebäck und Getränke auf Kosten der Stadt in der Gaststätte der Tus-Halle auf die Gruppe warteten. Angesprochen, ob es Pläne zum Bau einer Moschee im Stadtbezirk gibt, antwortete Britz: „Mir ist nichts bekannt.“ Aber derartige Fragen würden öfter gestellt, entbehrten aber bis dato jeder Antrags-Grundlage.

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