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Dudweiler, deine Ruinen - Landeshauptstadt muss sich mit verfallenden Gemäuern herumplagen

Dudweiler, deine Ruinen - Landeshauptstadt muss sich mit verfallenden Gemäuern herumplagen

Dudweiler wartet mit einigen Ruinen auf. Dabei geht es nicht um Burgen, sondern um verlassene und vernachlässigte Häuser. Die Zustände sind im Saarbrücker Rathaus bekannt, die Verwaltung ist nicht untätig.

In der Nähe des Huberweihers steht dieses zerfallene Haus.
In der Bahnhofstraße ist dieses verkommene Haus zu betrachten.

Nicht ganz in der Ortsmitte von Dudweiler , aber auch nicht weit außerhalb kann man seit Jahren ein paar Ruinen besichtigen. Gebäude, denen nicht nur der Zerfall droht, sondern die bereits zerfallen sind und denen eines gemeinsam ist: An keiner dieser Ruinen tut sich etwas. Selbst brauchbare Absperrungen sind nicht vorhanden. Sie sind eine Gefahr für spielende Kinder.

Etwa in der Sulzbachtalstraße, Ecke Wiesenstraße (vorm Huberweiher) steht ein zerfallenes Haus. Wer es erkunden will, geht einfach hinein. Einen Bauzaun gibt es nicht. Bei der Stadt Saarbrücken kennt man das Problem. Pressesprecher Thomas Blug: ,,Bei dem Haus ,Sulzbachtalstraße 36 a' führen wir ein ordnungsbehördliches Verfahren durch. Die größte Gefahr, die von dem ehemals freistehenden Kaminen ausging, ist mittlerweile durch den Eigentümer beseitigt worden. Das Dach wurde zum Teil eingerissen, zum Teil ist es eingestürzt". Das Verfahren sei aber noch nicht abgeschlossen, der Grundstückseigner weiterhin in der Pflicht, das Gebäude zu sichern.

Eine weitere Ruine ist in der Bahnhofstraße von Dudweiler zu finden. "Unsere Untere Bauaufsichtsbehörde hat die Nutzung als Wohnraum am 23. März 2014 untersagt. Die Bewohner wurden durch die Sozialbehörden anderweitig untergebracht. Unmittelbare Gefahren durch lose Dachteile wurden durch den Einsatz der Feuerwehr und die Beauftragung einer Dachdeckerei beseitigt. Stromzähler sowie der Gas-Hausanschluss wurden getrennt. Um die langfristige Sicherung des Gebäudes zu veranlassen, wurde die Inanspruchnahme der einzigen Miteigentümerin, die nicht im Sozialbezug steht, geprüft. Nach mehrfacher Vorsprache der Adressatin besteht hierzu aber keine Aussicht auf Erfolg. Daher wird nun die Ersatzvornahme veranlasst. Da eine konkrete Gefahr nach wie vor nicht ausgeschlossen werden kann, wird die Absperrung zunächst aufrechterhalten", schreibt die Stadt. Eine Absperrung des Gehweges wurde durchgeführt, diese ist jedoch geöffnet. Auch hier kann man problemlos an das Haus heran, wenn man das möchte.

Die Stadt befürchtet, auf den Kosten für notwendige Maßnahmen sitzenzubleiben. Die akuten Gefahren seien jedoch beseitigt.

Eine weitere Ruine ist nur wenige Meter von diesem verwahrlosten Haus entfernt: auf einem Hof. Hier ist vor Jahren ein leerstehender Handwerksbetrieb abgebrannt. Der eingestürzte Dachstuhl liegt im Innenraum, die verkohlten Balken sieht man inmitten der Mauerreste. Eine Absperrung des Geländes gibt es nicht, nur Hecken erschweren den Zugang. Die Stadtverwaltung schreibt: "Die Mängelbeseitigung wurde von uns angeordnet. Der Eigentümer hat mit den notwendigen Arbeiten nach Festsetzung eines Zwangsgeldes begonnen. Es wurden insgesamt rund 24 000 Euro Zwangsgeld festgesetzt. Die Arbeiten ruhen derzeit jedoch. Das Zwangsgeld blieb ohne Erfolg. Die Ersatzvornahme wurde am 21. November 2014 angedroht und wird nach Einholung entsprechender Angebote und Auftragsvergabe angeordnet".

Dies bedeutet, dass die Baubehörde der Landeshauptstadt nicht untätig war und inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet hat. Die Stadt Saarbrücken wird den Abriss also selbst in Auftrag geben.