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Die Ursprünglichkeit der „Mutterliebe“

Die Ursprünglichkeit der „Mutterliebe“

In einer kleinen Feierstunde wurde dieser Tage die restaurierte Statue „Mutterliebe“ im Dudweiler Stadtpark eingeweiht. Das Kunstwerk war Opfer von Vandalen geworden. Der Bildende Künstler Roger Kirsch aus Forbach restauriert die Statue.

Die 1938 errichtete Statue, die eine Mutter mit zwei Kindern zeigt, ist zum vorigen Jahreswechsel Opfer von Vandalismus geworden, wie Volkmar Schulz, Abteilungsleiter in der Pflegeabteilung beim Amt für Stadtgrün und Friedhöfe der Stadt Saarbrücken, erklärte. Seitdem fehlte der Mutter, deren Tochter sich von hinten an ihr festklammert und deren Sohn von ihr in die Höhe gehalten wird, der Kopf.

"Dies ist mein zweiter Kopf", erzählte Roger Kirsch scherzhaft. Innerhalb von etwa 150 Arbeitsstunden restaurierte der Bildende Künstler die "Mutterliebe" im Auftrag der Stadt. Die Arbeit habe sich in mehrere Etappen untergliedert und über etwa ein halbes Jahr hingezogen, wie er erzählte. Sein Atelier hat der Künstler, der vorrangig Fassadengestaltung betreibt, in St. Avold, geboren ist er in Forbach. Das erste Haupt, das er restauriert hatte, sei der Kopf eines Engels in der Einsegnungshalle in Jägersfreude gewesen. Die Herausforderung bei der Skulptur im Stadtpark habe vor allem darin gelegen, den Halsstumpf an den neuen Kopf anzupassen.

Fotos als Vorlage

Das Haupt selbst hatte er anhand von einigen Fotos restauriert, sodass Blickwinkel, Größe und Neigung übereinstimmten. "Es sollte sehr nahe an das Original herankommen", so Kirsch. Der Kopf besteht aus einem Zementgemisch, das vorher in eine Form gegossen und erhärtet gelassen wurde. So könne man ihn nochmals nachgießen, falls sich erneut Vandalen an der Figur vergreifen würden. "Das wollen wir aber nicht hoffen", ergänzte er. Letztendlich brachte er nach dem Aufsetzen noch Moos und Schmutz an, um den Kopf ähnlich gealtert erscheinen zu lassen wie den noch erhaltenen Korpus.

Als Zeitzeuge hatte Hermann Schon noch einiges zu erzählen. So berichtete der 1928 geborene ehemalige Bezirksbürgermeister von Dudweiler darüber, wie er während des Zweiten Weltkrieges Zeuge des Absturzes eines US-Bombers geworden war. Das Flugzeug kam unweit des heutigen Stadtparkes, der früher ein Friedhof war, mit donnerndem Getöse herunter. Keine einzige Scheibe sei in der Saarbrücker Straße heil geblieben, jedoch: "In unserem Bürgerpark ist nichts kaputtgegangen".