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Die Sportplatz-Diskussion ist beendet

Die Sportplatz-Diskussion ist beendet

Der Bebauungsplan Jahnsportplatz wurde am Dienstagabend vom Stadtrat in öffentlicher Sitzung als Satzung beschlossen. Damit kann der Sportplatz hälftig bebaut werden, wenn ein entsprechender Bauantrag folgt.

Der Allgemeine Turnverein Dudweiler möchte die Hälfte seines Geländes an einen Investor verkaufen, den Schwesternverband Ottweiler, der seinerseits ein Seniorenwohnheim auf dem Grundstück plant. Mit den Mitteln aus dem Verkauf will der ATVD die verbleibende Hälfte des Platzes für den Sportbetrieb herrichten (wir berichteten mehrfach). Vor der Entscheidung gab es einige Kritik von Anwohnern. Ihre Anliegen waren etwa die sich verschärfende Parkplatz- und Verkehrssituation, die Höhe des Gebäudes sowie der Standort. Auch wird befürchtet, dass durch den Bau der Anlage sowie der noch möglichen Errichtung einer Sporthalle auf dem ATVD-Gelände die benachbarten Grundstücke an Wert verlieren. Kritikpunkte, die von Bernd Krämer (AfD) in der Stadtratssitzung aufgegriffen wurden. Krämer bezeichnete die geplante sportliche Betreuung der Bewohner durch den ATVD bei einer Pflegeeinrichtung als obsolet. Bei der Interessenabwägung zwischen Verein, Bürgern und Investor sah er den Verein als bevorzugt an: "Die wirtschaftlichen Gesichtspunkte stehen im Vordergrund. Alternative Standorte, wie in der Beethovenstraße oder der Albertstraße, wurden nicht ausreichend in Betracht gezogen." Bei den durchgeführten Bürgerbeteiligungen sei den Bedenken der Anwohner nicht ausreichend Rechnung getragen worden. Und der mögliche Bau einer Sporthalle ziehe eine Wertminderung für die angrenzenden Grundstücke nach sich: "Die Entscheidung bedeutet einen Vermögensnachteil für die Bürger, daher lehne ich ab", so seine Begründung.

Auch die FDP monierte, dass die Bedenken der Anwohner nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass viele Anregungen, etwa zur Parkplatzsituation, aufgenommen wurden, jedoch hätten wir uns mehr gewünscht", sagte Tobias Raab. Die Vorgaben für den Bebauungsplan seien ausreichend, trotzdem werde sich seine Partei bei der Abstimmung enthalten.

Zuspruch gab es während der Sitzung von Seiten von Bündnis 90/Die Grünen und von der CDU . Karin Burkart (Grüne) widersprach, dass auf die Bedenken der Bürger nicht ausreichend eingegangen worden sei. "Viele Anlieger haben positive Rückmeldungen zu dem Projekt erteilt, zumal die Kritik zur Parkplatzsituation und Gebäudehöhe berücksichtigt wurde." Sie bat auch darum, die schwierige finanzielle Situation des Vereins zu bedenken: "Der Verein ist in Schwierigkeiten. Der Schwesternverband wird etwas Sinnvolles herrichten." Und Sascha Zehner (CDU ) sagte: "Es ist ein sauberes Verfahren von A bis Z." Und übte seinerseits Kritik an einer Unterschriftenliste, mit der Bürger ihren Unmut zum Ausdruck brachten: "Manche Unterschriften stammen von Bewohnern aus Stiring-Wendel. Ich bezweifele, dass sie unmittelbar betroffen sind." Nach sorgfältiger Abwägung habe seine Partei sich dazu entschlossen, das Projekt zu unterstützen: "Wir möchten Senioren nicht auf der grünen Wiese unterbringen, sondern möglichst in Citynähe."

Die Mehrheit aus SPD , CDU , Linke und Bündnis 90/Die Grünen stimmte im Anschluss für das Projekt, während sich FDP und NPD enthielten. Bernd Krämer (AfD) gab seine Gegenstimme ab.