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Aus dem Bezirksrat
Die Politik hat jetzt die Qual der Wahl

Dudweiler. Für die Neugestaltung der Durchfahrt in der Fischbachstraße liegen verschiedene Planungsvarianten vor. Der Bauausschuss berät darüber am 25. April. Von Stefan Bohlander

Die Durchfahrt unter der Bahnbrücke in der Fischbachstraße soll verbreitert werden. Darauf einigte sich der Bezirksrat Dudweiler, bei Gegenstimme der Grünen-Fraktion, in der jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstagabend im Bürgerhaus. Mit der Entscheidung geht es nun in die Sitzung des Bauausschusses der Landeshauptstadt Saarbrücken am 25. April. Dort soll über die letztliche Variante entschieden werden. Zudem soll die Verwaltung dazu ermächtigt werden, ein „Aufweitungsverlangen“ gegenüber der Deutschen Bahn (DB) auszusprechen.


„Wir sind froh, dass endlich Zahlen auf dem Tisch liegen“, erklärte Ralf-Peter Fritz, Fraktionsvorsitzender der CDU. Von den vier vorliegenden Möglichkeiten seien seiner Meinung nach aber nur zwei diskutabel. Die „Variante 0“, wie sie in der entsprechenden Vorlage heißt, sieht eine leichte Optimierung des Ist-Zustandes vor und ist mit rund 125 000 Euro für die Landeshauptstadt veranschlagt. Sie besteht im Grunde aus einer 5,90 Meter breiten Fahrbahn, dem 1,10 Meter breiten Gehweg auf der rechten Seite und dem ein Meter breiten Gehweg links. Großer Vorteil: Es entstünde kein Engpass, da beispielsweise zwei Lkw aneinander vorbeifahren könnten.

„Variante 2“ (185 000 Euro) sieht eine Ampelregelung vor. Die für Radfahrer benutzbaren Gehwege sind jeweils 2,25 Meter breit, die Fahrbahn 3,50 Meter. Der (durch die Fischbachstra0e fahren rund 5000 Fahrzeuge pro Tag) entstehende Verkehrsfluss wird per Ampel kontrolliert. Die Situation wird in der Verwaltungsvorlage mit der am Schloss in Saarbrücken verglichen.



„Variante 3“ werde mit rund 1,3 Millionen Euro wohl zu teuer werden, vermutete Fritz. Dabei solle das Bauwerk zwischen Theodorstraße und Sandstraße so verbreitert werden, dass alle Verkehrsteilnehmer sicher durchfahren könnten. Sie beinhaltet zwei je 1,50 Meter breite Schutzstreifen für Radfahrer, zwei je zwei Meter breite Gehwege und eine 5,50 Meter breite Fahrbahn. Insgesamt würde die Breite dann 12,50 Meter betragen. Einziger sichtbarer Nachteil sei die Kostenbeteiligung Saarbrückens.

„Variante 1“ scheide komplett aus. Dabei entstünden ein drei Meter breiter Gehweg, der auch für Radfahrer nutzbar ist, eine 3,50 Meter breite Fahrbahn und ein 1,50 Meter breiter Gehweg. Zu deren Nachteilen gehören unter anderem eine vorauszusehende Einschränkung des Verkehrsflusses und, dass man mit dem Fahrrad nur in einer Richtung durchfahren könne.

Jörg Sämann, Fraktionsvorsitzender der SPD, bezeichnete die Planungen als „Beispiel für gelungene Kommunalpolitik“. Peter Wünsch, Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, äußerte Unverständnis gegenüber dem Umstand, dass die Verwaltung die „Variante 3“ favorisiere und somit fast 1,5 Millionen Euro ausgeben würde – aber das Lehrschwimmbecken in Dudweiler nicht rettete, obgleich dies weit weniger gekostet hätte. Mirko Welsch, Bürgerbündnis Saar, fand es „erstmal gut, das was passiert“. Gleichzeitig zog er die Kosten in Zweifel, da dies ja der Preisstand von heute sei.

Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz wies in der Aussprache zu diesem Tagesordnungspunkt darauf hin, dass man ja nur mit den Preisen von heute kalkulieren könne.