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HKV
Die Norder Narren ließen es so richtig krachen

Stefan Schorr und Kerstin Winter in  der Bütt
Stefan Schorr und Kerstin Winter in der Bütt FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler. Die Aktiven vom Heimat- und Kulturverein Dudweiler-Nord (HKV) boten mal wieder ein unterhaltsames Faasend-Programm. Von Wolfgang Willems

„Es ist ein Sadist im Saal“, stellte Sitzungspräsident Tobias Schneider zur Galakappensitzung der Norder Narren im Dudweiler Schützenhaus fest. Tanzmariechen seien nach ihren sportlich fordernden Auftritten immer außer Atem. Man sollte sie nicht ansprechen. Aber aus dem Publikum kam der Ruf „Zugabe“. Gut 100 Besucher erfreuten sich am vorigen Samstag zwischen Einmarsch von Elferrat und Gardemädchen, dem Auftritt des Dudweiler Kinderprinzenpaares Mario I und Angelina I aus Kaltnaggisch bis hin zum Finale mit Showtänzerinnen und Büttenrednern an einem unterhaltsamen Programm der Aktiven vom Heimat- und Kulturverein Dudweiler-Nord (HKV). Wieder einmal wurde deutlich, dass Fastnacht nicht nur Brauchtum ist, sondern über das Jahr hinweg Freizeitvergnügen für die ganze Familie sein kann.


Oft genug sind Vater, Mutter und Kinder zum gemeinsamen und anderer Leute Vergnügen in solchen Vereinen aktiv – allein in Dudweiler gibt es fünf davon. Nachdem die Orden beim HKV zum Ordensfest „verhindert“ waren, überreichte Schneider zur Galakappensitzung jedem Mitwirkenden die Auszeichnung nach ihrem Auftritt: das Sessionsmotto „Früher, wie heut. Närrische Leut!“ Dafür stand dann auch Melanie Cardia, die für 1 x 11 Jahre Jubiläum geehrt wurde. Zwar sei sie schon in der Kindergarde aktiv gewesen, habe dann aber wegen Heirat und Kindern pausiert, um jetzt „als flotter Hüpfer“ seit 2006 ununterbrochen der Fastnacht verbunden zu sein.

„Mir losse ess krache, um Euch è scheener Owend tze mache“, nach dieser Ankündigung von Tobias Schneider tanzte das kleine Jugendmariechen Lea-Sophie Federkeil ein bisschen verloren auf der großen Bühne. Kaum groß genug war die Bühne allerdings für die Showtanzeinlagen der Harlekinis, die mit ihrer „Eiskönigin“ vom Land des Frohsinns in das Land des Frozens entführten. Zur Ordensübergabe vergaß Sitzungsconferencier Schneider nicht den Hinweis, dass ohne den unermüdlichen Einsatz von Trainerinnen und Betreuerinnen oder Eltern der Tänzerinnen die Fastnacht nicht halb so schön wäre. Nicht jeder könnte – oder wollte – auf der Bühne stehen.

So erübrigte sich eigentlich auch seine fortwährende Frage „sinn ihr gudd druff“, mit der er immer wieder die Stimmung im Saal anheizte. 19.11 Uhr war ihm die nämlich noch zu dürftig: „Isch hann misse uffsteh’n, ess Sofa iss so bequem unn drauße schneit’s!“ Schlussendlich waren aber alle froh, doch zur Galakappensitzung des 170 Mitglieder zählenden Vereins gekommen zu sein, denn wie hieß es auch: „De HKV iss die beschd Adress’“.

Das zeigten dann wiederum Tanzmariechen Anna-Lena Mader und Aktivenmariechen Svenja Strauß mit ihren Auftritten sowie Showtanzmariechen Leonie Ursprung, die als kleine Blondine mit einer „Rakete“ belohnt wurde. Mit „Faasenacht is è ernschdi Sach’“ nahmen Stefan Schorr und Kerstin Winter das Tagesgeschehen in Reimform auf die Schippe: „Wenn Regulierer die Faasenacht dominiere kenne mir uns de Umzuuch in die Hoor schmiere“. Mit scheene Lieder zum Mitmache unterhielten die Riwwerbrings gleich mehrfach, an der Orgel Hof-Musikant Hans-Peter Weiland.



Während der diätgeplagte Ehemann Markus Schoenebeck behauptete, dass am Ehekrach immer zwei Schuld wären, Ehefrau und Schwiegermutter, erzählte Sitzungspräsident Tobias Schneider in seiner Büttenrede von seinem Besuch im Fitnesscenter. Als er letztes Mal auf dem Laufband gewesen hätte, hätte man ihn aus dem Supermarkt abholen lassen. Im rosa Minifellkleidchen reimte Willy Thielen von den Schwierigkeiten von Gott Amor, was anschließend die „Norder Chaoten“ mit ihrem Showtanz auf die Bühne brachten. Das Männerballett widmete sich mit „Indiana Jones“ einem männlichen Thema, die „Kobolde“ kamen nicht von den Grünen Nelken und mit dem aus den 50er-Jahren stammenden Babysittersong wurde an Ralf Bendix erinnert.

Die nächste Veranstaltung vom Heimat- und Kulturverein ist am 4. Februar (15.11 Uhr) mit der Kinder- und Jugendkappensitzung im Schützenhaus Dudweiler. Am 9. Februar startet der Sturm aller Fastnachtsvereine aufs Rathaus.