Die Lichter sind erloschen

Der Männerchor Harmonie wird das Park- und Lichterfest beerdigen. An diesem Entschluss führt kein Weg mehr vorbei. Der MC-Vorsitzende Uwe Staub schaut im SZ-Gespräch aber auch schon mal in die Zukunft.

Es ist dieses Loslassen-wollen-und-doch-nicht-können. Es ist mehr schmerzliche Wehmut als Erleichterung. Und die Gewissheit, dass man den Lauf der Zeit nicht aufhalten kann. Lust und Last - sie gehen Hand in Hand.

Innerlich zerrissen, das ist Uwe Staub. Der 1. Vorsitzende des Männerchores (MC) Harmonie sitzt im schmucken Vereinsheim an einem langen Tisch, er hat die Ellenbogen aufgestützt und resümiert. Und manchmal sieht er dabei gar nicht glücklich aus.

Das viertägige Park- und Lichterfest, das Jahr für Jahr Tausende von Menschen anzog - es wird es nach 43 Jahren nicht mehr geben. Aus und vorbei, ein Vorstandsbeschluss hat die Geschichte besiegelt.

Alles haben Uwe Staub und seine Mitstreiter bis zuletzt versucht, um junge und tatkräftige Sangesfreunde zu rekrutieren. Neue Sangesfreunde, die bei den Vorbereitungen zum großen Fest im Park hätten mit anpacken können. Fazit: "Null Interesse".

Dabei galt es Jahr für Jahr, ein riesiges Equipment beizuschaffen. Allein rund 100 Bierzeltgarnituren musste man schleppen, dann die Masten für die Lichter und vieles andere mehr. Gar nicht zu reden von den technischen Vorbereitungen, da muss ja auch jemand Ahnung haben. Wasseranschlüsse und Stromversorgung machen sich nicht von selbst. Doch die Harmonie-Mitglieder, die solcherlei bewerkstelligen können, sind auch nicht jünger geworden, und überhaupt: Es waren immer dieselben Leute, so der 1. Vorsitzende, die die Arbeit geschafft haben. Manch einer von ihnen hat, wie auch der Vereinschef selbst, Jahr für Jahr eine Woche Urlaub geopfert, um das schöne Fest auf die Beine zu stellen.

Und nun? Gibt es da einen jungen Chorleiter namens Timo Uhrig, der seit Anfang des Jahres mit frischem Schwung und ansprechender Literatur den Takt vorgibt. So sind die 45 Sänger auch nicht abgeneigt, mal Rammsteins "Engel" einzustudieren, oder "Tage wie diese" von den Toten Hosen. Ein neues Konzept hat der 26-jährige Uhrig dem Männerchor präsentiert und ist damit nicht auf Abwehr gestoßen. "Im Januar gehen wir das richtig an", sagt Uwe Staub.

Und nun hoffen der MC-Vorsitzende und seine Mitstreiter im Vorstand, dass jüngere Leute vorbeischauen und fortan den Chorgesang nicht mehr missen möchten.

Im Übrigen muss die Vereinsspitze auch zusehen, dass das Clubheim am Freibad nicht vergammelt. Man will es halten, und zu diesem Zweck muss Geld in die Vereinskasse fließen. "Wer hier ein Fest feiern will, ist gerne gesehen", sagt Staub. Und: "Wir bieten Vollausstattung mit Bedienung am Platz, man muss sich bloß noch ums Essen kümmern."

Knapp 25 Jahre war der Vorsitzende an der Park- und Lichterfest-Front. Und jetzt ist Feierabend. "Es bedrückt mich", sagt er, es gehe ihm nahe. Einerseits tut es ihm "unwahrscheinlich leid", andererseits macht sich in ihm Erleichterung breit.

Und wer weiß, vielleicht kann man ja mit den Pfadfindern und der DLRG etwas festlich Neues auf die Beine stellen. Beide Vereine residieren im selben Gemäuer.

Kontakt: Uwe Staub, Tel. 0175-247 40 80; E-Mail: uwe.staub@t-online.de