Die Erinnerung an den Bergbau wach halten

Die Erinnerung an den Bergbau wach halten

Jägersfreude. Mehr als 40 Jahre sind bereits seit der Schließung der Grube Blechhammer im Jahre 1968 vergangen. Doch einige Kumpel der früheren Grubenwehr treffen sich bis heute regelmäßig

Jägersfreude. Mehr als 40 Jahre sind bereits seit der Schließung der Grube Blechhammer im Jahre 1968 vergangen. Doch einige Kumpel der früheren Grubenwehr treffen sich bis heute regelmäßig. Während sie sich früher um die Brandbekämpfung und Unfallhilfe unter Tage, sowie um die Erhaltung und Sicherung von Arbeitsplätzen und damit für die soziale Sicherheit der Bergmannsfamilien kümmerten, haben sie heute andere Ziele: "Die Grubenwehr-Kameradschaft Jägersfreude versucht die Erinnerung an die Zeit des Saarkohlen-Bergbaus wach zu halten und in die nächsten Generationen weiterzugeben", erklärt deren 1. Vorsitzender, Ludwig Schmitz. Unter den 37 Mitgliedern sind vier Zeitzeugen, die an der Rettung der Verletzten und Bergung der Toten des schweren Grubenunglückes 1962 in Luisenthal beteiligt waren. Seit 1972 kamen die Grubenwehrler regelmäßig zu einer lockeren Runde zusammen. Die offizielle Gründung der Kameradschaft erfolgte jedoch erst 1990 im ehemaligen Gasthaus Johann in der Nähe des Grubengeländes. Den Vorsitz übernahm zunächst Alfons Klos, 1992 dann Günter Jank und ab 2008 Ludwig Schmitz. So richtig in die Öffentlichkeit trat die Vereinigung allerdings erst ab dem Jahre 1994: Auf der Jägersfreuder Kirmes unterhielten sie mit dem "Steigerlied". Seitdem habe sich der gemeinsame Gesang zu einem "festen Bindeglied zwischen der Grubenwehr-Kameradschaft und der einheimischen Bevölkerung entwickelt", blickt Schmitz zurück. Weitere Auftritte, bei denen die Mitglieder ihr Publikum an frühere Zeiten erinnerten, folgten.Seit 2001 habe sich auch der jährliche Barbaratag, den die Kameraden am 4. Dezember begehen, zu einer festen Größe im Jägersfreude Veranstaltungs-Kalender entwickelt. Mit Aktionen sammelten sie zudem Spenden für wohltätige Organisationen wie die Lebenshilfe Dudweiler und die Elterninitiative krebskranker Kinder in Homburg. An diesem Samstag wird nun das 20-jährige Bestehen der Grubenwehr-Kameradschaft gefeiert. Los geht's um 18 Uhr mit einem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Hubertus in Jägersfreude. Für den musikalischen Rahmen sorgen der gemischte Chor Thalia Dudweiler und der Bergmannsverein Fischbach-Camphausen. Anschließend steht eine Feierstunde auf dem Programm, die der Dudweiler Bezirksbürgermeister Walter Rodermann eröffnet. Die Schirmherrschaft hat Michael Hoffmann übernommen. Und hier schließt sich der Kreis: Denn der gelernte Bergbau-Ingenieur ist Geschäftsführer der Firma Drumm Feuerwerk, die seit 2005 eine Filiale auf dem Gelände der früheren Grube Blechhammer betreibt."Über der Feier schwebt aber auch die Gewissheit, dass der saarländische Kohlenbergbau in absehbarer Zeit unweigerlich seinem Ende entgegengehen wird", gibt Schmitz zu bedenken. 40 Jahre nach der Schließung des Bergwerkes könnten natürlich keine echten Grubenwehrmänner und in Zukunft noch nicht mal mehr Bergmänner in die Kameradschaft nachrücken. "Wir sehen uns deshalb schon jetzt als eine Bergbau-Traditionsgemeinschaft und haben uns allen geöffnet, die sich dem einheimischen Bergbau verbunden fühlen", sagt der 1. Vorsitzende. Mehr Infos beim Vorsitzenden der Grubenwehr-Kameradschaft, Ludwig Schmitz, Telefon (06 81) 3 90 89 35. "Wir sehen uns schon jetzt als eine Bergbau-Traditionsgemeinschaft."Ludwig Schmitz