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Fußball-Saarlandliga: Der TuS hat den Sekt kaltgestellt

Fußball-Saarlandliga : Der TuS hat den Sekt kaltgestellt

Der Fußball-Saarlandligist Herrensohr könnte an diesem Sonntag Meister werden. Für Kapitän Rohrbacher wäre es ein toller Abschied. Er beendet seine Karriere.

Drei Spieltage stehen in der Fußball-Saarlandliga noch auf dem Programm. Fünf Punkte liegt der TuS Herrensohr in der Tabelle vor Verfolger Borussia Neunkirchen. Der Ex-Bundesligist spielt an diesem Samstag um 15.30 Uhr beim Tabellenzehnten FC Homburg II, der hinter Spitzenreiter Herrensohr die zweitbeste Rückrunden-Mannschaft ist. Die Herrensohrer, die in der Rückrunde 32 ihrer 61 Punkte geholt haben, hoffen auf einen Neunkircher Patzer. Denn dann könnte der TuS an diesem Sonntag um 15 Uhr im Heimspiel gegen den Tabellenzwölften SV Bübingen sein Meisterstück machen.

Der TuS Herrensohr hat auf die Meldung für die Oberliga verzichtet, will nicht aufsteigen (wir berichteten). Und mit dem Titelgewinn beschäftigt sich Herrensohrs Trainer Bernd Eichmann angeblich auch noch nicht. Er stapelt tief: „Wir müssen zusehen, dass wir selbst unsere Aufgaben machen. Das wird schwer genug. Die Bübinger sind gut drauf. Sie haben zuletzt mit dem SC Brebach mit die stärkste Mannschaft in diesem Jahr, die zudem als einzige ungeschlagen war, besiegt (2:1; Anmerkung der Redaktion). Was auf anderen Sportplätzen passiert, ist da erst mal irrelevant.“

Andererseits dürfte der Meister-Sekt kaltgestellt sein. Der 52-Jährige räumt ein, dass es ob der glänzenden Ausgangslage, die sich seine Mannschaft mit einer Serie von sieben Siegen in Folge erspielt hat, einer Enttäuschung gleichkäme, sollte man sich den Titelgewinn noch nehmen lassen. „Das wäre natürlich ärgerlich. Wir werden alles probieren, um das jetzt in trockene Tücher zu kriegen. Allein, um Kay Rohrbacher einen schönen Abschied zu bereiten“, verweist Eichmann auf den besonderen Umstand, der kurzfristig dazugekommen ist. Denn Kapitän Rohrbacher teilte der Mannschaft nach dem jüngsten 6:1-Heimsieg gegen die FSG Bous mit, dass er seine Karriere nach der Saison beenden werde – mit 31 Jahren. Grund sind anhaltende Knieprobleme, die eine Fortsetzung der Laufbahn unmöglich oder zumindest zu risikoreich machen. „Das hat sich zuletzt so herauskristallisiert. Kay hat schon so viele Probleme mit dem Knie gehabt. Da geht es einfach nicht mehr weiter, wenn er nicht bleibende Schäden riskieren möchte“, erläutert Eichmann.

Keine Probleme erwartet der TuS-Trainer, was die Kraftreserven im Saison-Endspurt angeht. Denn es war nicht zuletzt die Fitness, die sich als großes Faustpfand der Herrensohrer entpuppte. „Wir konnten vor allem zum Ende der Spiele immer noch zulegen. Das war unser großes Plus diese Saison. Das letzte Spiel gegen Bous war eines der wenigen, das wir deutlich gewonnen haben“, sagt Eichmann. Er ist trotz des Mehraufwands im Saarlandpokal, wo Herrensohr im Viertelfinale gegen Regionalligist SV Elversberg ausschied, sicher: „Die Saison war anstrengend, aber die drei Spiele bekommen wir auch noch hin.“

Und auch, wenn sich „Eiche“ noch nicht damit beschäftigt: Vielleicht muss sich der TuS ja doch nur noch an diesem Sonntag einmal so richtig auf dem Feld ins Zeug legen – und kann sich den Rest der Saison und darüber hinaus dem Feiern der Meisterschaft widmen. Den letzten Titel hat der TuS Herrensohr 2016 gefeiert, als er als Verbandsliga-Meister in die Saarlandliga aufgestiegen war.