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Der St. Ingberter Manuel Schuck vom TuS Herrensohr wurde zum Torjäger

Fußball-Saarlandliga : „Der richtige Fußball fehlt einfach“

Manuel Schuck ist ein Fußball-Verrückter. Er spielt, schaut, redet über Fußball. Die Zwangspause tut dem Stürmer des TuS Herrensohr nicht nur deshalb weh.

23 Spieltage lang war es die Saison seines Lebens. Dann kam die Zwangspause wegen Corona. Manuel Schuck vom Fußball-Saarlandligisten TuS Herrensohr erzielte in diesen 23 Spielen 19 Treffer. Er würde eine persönliche Bestmarke aufstellen, könnte sogar Saarlandliga-Torschützenkönig werden. „Ja, das könnte alles sein. Aber die Gesundheit geht vor. Ich finde es richtig, dass es diese Unterbrechung gibt“, sagt der gebürtige St. Ingberter, der dort auch wohnt und arbeitet. Schuck ist Erzieher. Er muss trotz Corona zur Arbeit. „Wir betreuen Kinder in sogenannten Notgruppen. Das sind Kinder, deren Eltern in den systemrelevanten Berufen arbeiten“, erklärt der Stürmer.

Wobei Schuck erst seit drei Jahren Stürmer ist. Damals gab es noch eine Saison seines Lebens. Vor drei Jahren stand der TuS Herrensohr vor den letzten zehn Spieltagen ganz gut in der Tabelle da, hatte aber ein Problem. „Unsere Stürmer waren alle verletzt. Trainer Bernd Eichmann hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann vorne zu spielen. Bis dahin war ich defensiver Mittelfeldspieler“, blickt Schuck zurück. Der damals 26-Jährige traute sich die offensive Position zu – und erzielte in den letzten zehn Spielen zehn Tore. Er hatte großen Anteil daran, dass der TuS Herrensohr Meister wurde. Es war Schucks dritte Saarlandliga-Meisterschaft nach der mit dem FC Wiesbach und Halberg Brebach.

Schuck hat in der Jugend bei Viktoria St. Ingbert angefangen und ist dann zu Borussia Neunkirchen gewechselt. Bei den SF Köllerbach hat er auch schon gespielt. „Es war überall schön, aber die schönsten Zeiten hatte ich in Wiesbach und Herrensohr. Beide Vereine sind sehr familiär, das gefällt mir am besten“, sagt der 29-Jährige. Und was war die ultimative Saison in Schucks Leben? „Das war 2013 beim FC Wiesbach. Wir wurden Meister in der Saarlandliga, haben das Hallenmasters gewonnen und standen im Finale des Saarlandpokals gegen den 1. FC Saarbrücken. Wir haben praktisch ein Jahr lang nur gewonnen. Das war eine Wahnsinnszeit.“ Im Pokalfinale gab es eine Niederlage. Der FCS siegte mit 4:0.

Von sich selber sagt Schuck ohne zu zögern, dass er Fußball verrückt sei. „In meiner Freizeit spiele ich Fußball, gucke Fußball oder rede mit anderen über Fußball. Meine Freundin hat mich auch schon für verrückt erklärt, aber damit komme ich klar.“ Durch die Corona-Zeit fällt der Fußball aber flach. Schuck guckt trotzdem weiter Fußball. „Ich habe mittlerweile alle Rückblicke des FC Bayern durch und bin jetzt bei den WM-Finals. Aber der richtige Fußball fehlt einfach. Laufen gehen und ein paar Kraftübungen in der Woche können das nicht ersetzen“, sagt der Stürmer, der mit 19 Treffern mit Valentin Solovej von den SF Köllerbach in der Torjäger-Liste Rang zwei hinter Nils Cuccu vom SV Auersmacher belegt, der einen Treffer mehr erzielt hat als die beiden.

Ob seine neue Saison des Lebens in den kommenden Wochen weitergeht, bezweifelt er. „Ich glaube nicht, dass wir in der nächsten Zeit wieder auf dem Platz stehen werden. Letztlich entscheidet das die Politik“, sagt Schuck. Er wird auch kommende Saison beim TuS Herrensohr spielen – und wird Co-Trainer von Bernd Eichmann. „Wenn Corona es zulässt, mache ich im Sommer den Trainerschein. Wir haben kommende Saison einen guten Kader, dann greifen wir wieder an“, sagt Schuck.