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Der Kanal, das Meer und der Sinn des Lebens

Yvonne Schurtz. Foto: Seeber
Yvonne Schurtz. Foto: Seeber FOTO: Seeber
Dudweiler. Sommer, Sonne, Urlaubszeit. Viele freuen sich, endlich einmal Zeit für Dinge zu haben, für die sie sonst nur wenig Zeit haben. Endlich abschalten, entspannen, Abstand zur Arbeit finden und mal auf andere Gedanken kommen, ein gutes Buch lesen. Dazu veröffentlicht die SZ ein paar Lesetipps aus den kommunalen Büchereien, heute: Lesetipps von Yvonne Schurtz, Kultur- und Lesetreff Dudweiler. red

Für die Krimifans dürfte Donna Leon regelmäßig auf dem Programm stehen. Im fünfundzwanzigsten Fall von Commissario Brunetti mit dem Titel "Ewige Jugend" ermittelt er im Fall einer Freundin von Brunettis Schwiegereltern, der Comtessa Lando-Continui. Sie möchte an ihrem Lebensabend Frieden finden, doch die Erinnerung an die Nacht, als ihre Enkelin in den Canale di San Boldo stürzte, lässt sie nicht los. Der Gedanke, es könnte mehr als ein Unfall gewesen sein, beschäftigt sie so sehr, dass sie Brunetti um Rat fragt. Er beginnt nachzuforschen, was sich als äußerst schwierig herausstellt, da es kaum noch Spuren gibt.


Brunetti setzt all seine Erfahrungen und Lebensweisheit ein, um zu klären, was damals geschah.

Für alle Donna-Leon-Fans unbedingt zu empfehlen.



Ebenso wie Donna Leon dürfte auch die Schriftstellerin Jojo Moyes mittlerweile einem breiten Lesepublikum bekannt sein. Das Buch "Über uns der Himmel, unter uns das Meer" erzählt die Geschichte von Frauen, die sich 1946 von Australien aus auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, wo sie ihre Verlobten oder Ehemänner - englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage hatten, bevor der Krieg sie trennte - zusammentreffen. Während die anderen auf der langen Seereise zu Schicksalsgenossinnen werden, bleibt die Krankenschwester Frances verschlossen. In dem Marinesoldaten Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht, findet sie einen Vertrauten und die große Liebe. Doch als Frances von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt wird, endet ihre Freundschaft schmerzlich.

Es ist die bewegende und anrührende Geschichte einer jungen Frau - hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen.

Von der Autorin inspiriert durch ihre eigene Familiengeschichte.

Im dritten Lesetipp stellt Hector die Frage nach dem Sinn des Lebens in dem Buch "Hector und die Suche nach dem Paradies" von François Lelord.

Hector ist 25 Jahre alt und gerade examinierter Arzt geworden, als er mit seiner Kollegin Clotilde, in die er heimlich verliebt ist, nach Kathmandu fliegt. Dort begeben sie sich auf die Suche nach Doktor Chin, einem reizenden Psychiater. Dieser soll gewarnt werden, da er das Geheimnis um einen Tee, dessen Genuss überwältigende mystische Erfahrungen beschert, kennt. Einige unterschiedliche Parteien würden nur allzu gern dieses Geheimnis lüften, um es für ihre Zwecke zu missbrauchen. Durch die Bekanntschaft interessanter Reisegefährten gelangt Hector, am Fuße des Himalaja, zu verblüffenden Einsichten über die unterschiedlichsten Religionen und den Sinn des Lebens. Aber vor allem lernt er das Mysterium der Liebe kennen.

Ein wunderbarer Roman mit Einblick in die großen Rätsel der Transzendenz.