Schnelle Vierbeiner: Der große Wettlauf auf vier Pfoten

Schnelle Vierbeiner : Der große Wettlauf auf vier Pfoten

Rund 40 Hunde starteten am vorigen Sonntag in drei Gewichtsklassen beim 4. Hunderennen des Polizei- und Schutzhundesportvereins Dudweiler.

„Zeig mal Gerlinde, was du kannst“, rufen die Vereinskollegen, die die Zeiten nehmen. Aber nein, das ist nur ein Gag: Hier geht es zwar um Schnelligkeit, aber nicht die von Zweibeinern. Wie alle anderen Hundehalter musste Gerlinde Heitz am vergangenen Sonntag beim Hunderennen des Polizei- und Schutzhundesportvereins zunächst die 50 Meter lange, mit Kegeln begrenzte Laufbahn passieren, um sich am anderen Ende mit Sichtkontakt zum geliebten Vierbeiner aufzustellen. Von dort galt es, die Hunde lautstark zu motivieren, zu Frauchen/Herrchen zu flitzen.

„Ja, komm, komm … ganz schnell“, lockt Gerlinde und hüpft dabei selber aufgeregt wie ein Gummiball auf und ab. Schwer zu sagen, wer aufgeregter ist, der siebenjährige Border-Collie, der wie ein schwarzer Blitz angesaust kommt, oder Frauchen. Jacks 5,46 Sekunden honoriert Gerlinde Heitz strahlend mit „oh wie toll“ und vielen Streicheleinheiten für ihren Sprinter. Es ging auch noch einen Zahn schneller am Sonntag, aber so wahnsinnig wichtig dürften die Resultate beim 4. Hunderennen des PSSV nicht gewesen sein. Ging es doch eher um Spaß und darum, „mal vom Sofa runterzukommen“ und mit dem Hund was zu unternehmen, so Vizevorsitzender Andreas Wilhelm. Wofür man sonst natürlich auch die regulären Angebote nutzen könne. Beim PSSV, der zwar vor über 100 Jahren von der Polizei gegründet worden ist, dem aber derzeit keine Uniformträger angehören, ist fast jeden Tag was los: Montags steht beispielsweise Obedience (zu deutsch: Gehorsam) auf dem Programm: „Dabei handelt es sich um eine moderne Sportart aus England, bei der es besonders auf harmonische, schnelle und exakte Ausführung der Übungen ankommt“, erklärt Trainerin Eva Wöffler: „Obedience wird auch als Hohe Schule der Unterordnung bezeichnet.“ Zweimal wöchentlich lernen die Hunde Schutzdienst. Und sogar longiert wird, was man ja normaler Weise nur vom Pferdesport kennt. „Dabei wird ein Kreis mit etwa zehn Metern Durchmesser abgesteckt“, informiert Steffi Bader. Der Hund läuft außen um den Kreis und folgt den Kommandos des Hundeführers. Gestärkt werden sollen dadurch die Bindung und Kommunikation zwischen Hund und Mensch.

Lea Sophie Bäumler und ihr Jack-Russel-Terrier vor dem Start. Foto: Thomas Seeber

Die sechs kleinen Skudde-Schafe, die friedlich in ihrem Gehege grasten, sind übrigens nicht länger Gäste. „Sie bleiben“, freut sich Wilhelm. Ursprünglich waren die Tiere nur zu Trainingszwecken ausgeborgt. Dank der Schafe lernen die Hunde, sich trotz Anwesenheit anderer Tiere zu konzentrieren und nicht ablenken zu lassen. Aber auch darüber hinaus haben sich die Vertreter einer der ältesten Hausschafrassen längst unentbehrlich gemacht, nicht zuletzt als Rasenpfleger und Busch-/Brombeerverbeißer. Und die Kinder lieben sie, zumal die Tiere inzwischen handzahm sind, so Wilhelm. Jetzt brauchen die wolligen Gesellen nur noch eine winterfeste Behausung: kein Problem für den rührigen Verein, dem aktuell 130 Mitglieder mit etwa 50 Hunden verschiedenster Rassen angehören. Als Gastgeber und Caterer - es gab Gulasch, frisch Gegrilltes und tolle Kuchenkreationen - waren sie am Sonntag jedenfalls schon mal top.