Philip Spengler: Der Faasebooze, der seiner Sportlehrerin viel zu verdanken hat

Philip Spengler : Der Faasebooze, der seiner Sportlehrerin viel zu verdanken hat

„Wenn ich mich wieder am Knie verletzte, höre ich mit dem Basketball auf. Es lohnt sich nicht, die Gesundheit zu gefährden.“ Die Aussage von Philip Spengler vom Basketball-Oberligisten TuS Herrensohr ist eindeutig.

Er hat sich vor fünf Jahren das Kreuz- und Innenband gerissen. Es folgte eine neunmonatige Leidenszeit, ehe der heute 27-Jährige wieder spielen konnte. Aus Angst vor einer erneuten Verletzung hat er zugunsten des Basketballs seine große Leidenschaft aufgegeben – das Skifahren. „Aber wenn ich mit dem Basketball aufhöre, dann möchte ich das alles nachholen.“

Der Bankkaufmann läuft beim Tabellenfünften aus Herrensohr als „Center“ oder „Power Foward“ auf. Der „Center“ ist meist der größte Spieler einer Mannschaft. Seine Aufgabe beschränkt sich hauptsächlich auf die Zone. Das ist der Bereich unter dem Korb. Ein „Power Forward“ spielt entweder auch in der Zone oder auf den Außen. Bis er zwölf Jahre alt war, hatte er Fußball gespielt. Zunächst beim ASC Dudweiler, dann bei Saar 05 Saarbrücken. Aber schon damals zwang ihn eine Verletzung zum Einlenken.

Weil er wegen Leistenproblemen ein halbes Jahr keinen Sport treiben konnte, „wurde ich dicker“, erzählt der Faasebooze Spengler, der seit zwei Jahrzehnten im Dudweiler Karnevalsverein Grüne Nelke aktiv ist: „Das ist eine lange Tradition bei uns in der Familie. Mein Großvater hat den Verein mitgegründet.“ Die Leistenprobleme hatten ihn dazu gezwungen, die Fußball-Schuhe an den Nagel zu hängen.

Zum Basketball beim TuS kam er dann als 13-Jähriger – durch den Sportunterricht am Rotenbühl-Gymnasium in Saarbrücken. „Meine Sportlehrerin Bärbel Ehses hat mich angesprochen und mir geraten es mit dem Basketball zu versuchen“, blickt Spengler zurück. Sie habe gesehen, dass er keinen Sport mehr mache. Seine damaligen Mitschüler und heutigen Mannschaftskollegen Nicolas Braun und Dominik Schneider haben ihn mit ins Training genommen.

Spengler lief bereits mit 17 Jahren mit seinen heutigen Mitspielern Jochen Brinkmann und Benjamin Reinhard in der Oberliga für den TV St. Ingbert auf. Er erzählt: „Wir hatten eine Doppel-Lizenz, sodass wir für Herrensohr und St. Ingbert spielen konnten.“ Heute ist er mit 17,9 Punkten im Schnitt – 215 Zähler in zwölf Spielen – gemeinsam mit Michael Klein – 233 Zähler in 13 Spielen – der beste Werfer des TuS Herrensohr, der am Samstag, 23. Februar, um 16 Uhr in der Mügelsberghalle beim Tabellenvierten TBS Saarbrücken spielt. „Ich sehe mich als einen Führungsspieler in der Mannschaft“, erklärt Spengler: „Ich versuche meine Mitspieler immer zu puschen, auch wenn es mal nicht gut läuft.“

Er selbst schöpft Motivation aus seiner Familie und seinen Freunden. Seine Freundin Johanna Degen spiele eine besonders wichtige Rolle. „Im Moment lebt sie in Heidelberg und studiert ihr letztes Semester. Sie ist sehr an Basketball interessiert. Wenn sie da ist, unterstützt sie mich während der Spiele auf der Tribüne“, berichtet Spengler, der als schönstes Erlebnis im Basketball den Aufstieg in die Oberliga vor drei Jahren nennt. „Ich weiß noch, als wir zum Spiel des TV Kleinblittersdorf gefahren sind.“ Der hat überraschend mit 77:70 gegen die St. Ingbert Saints gewonnen, sodass der TuS Herrensohr vorzeitig als Aufsteiger feststand. „Am darauf folgenden Wochenende haben wir gleich viermal gefeiert.“

Gefeiert hat er auch den Sieg seiner Lieblingsmannschaft, als er 2015 die Boston Celtics aus der amerikanischen Profi-Liga NBA live erleben durfte. „Es war unglaublich. In der Halle waren 20 000 Zuschauer.“ Die Celtics besiegten die Miami Heats mit 105:103. Er habe sich während des Spiel einiges von den Profis abgeschaut. Insbesondere wie die Spieler verteidigen und sich im Raum bewegten. Spengler gibt zu: „Es war eine andere Welt.“

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