Nicht nur die Bewohner: Dem Wald und der Natur wie früher so nahe sein

Nicht nur die Bewohner : Dem Wald und der Natur wie früher so nahe sein

Im Caritas Seniorenhaus St. Irmina in Dudweiler wurde jetzt ein Naturraum eingeweiht. Er ist auch für Gäste geöffnet.

Der kleine Andachtsraum im Eingangsbereich duftet nach Wald und Moos, auf dem Boden liegt Laub, aus Lautsprechern klingen Vogelgezwitscher und plätscherndes Wasser. Und Bänke aus Baumstämmen laden zum Verweilen ein: Im Caritas Seniorenhaus St. Irmina in Dudweiler können Bewohner, Besucher und Gäste jetzt den Wald als Naturraum erleben, ohne die Einrichtung verlassen zu müssen. Gemeinsam mit dem Verein Pfad der Sinne e.V. wurde ein Naturraum eingeweiht, wie es offiziell heißt.

Alexander Deutsch, der Vorsitzende des Vereins, hat mit seinem Team den Raum eingerichtet. „Wir wollen den Menschen Naturerlebnisse ermöglichen, die sie draußen eventuell nicht mehr haben können. Die Natur bietet ein Gefühl von Geborgenheit. Wir wollen aber auch Erinnerungen bei den alten Menschen wecken, denn viele von ihnen waren früher öfter im Wald, haben Kastanien gesammelt oder Beeren gepflückt“, sagte Deutsch bei der Eröffnung.

Mit Unterstützung von NABU und Saarforst wurden Baumstämme, Äste, Vogelfedern und allerlei Kleinigkeiten im Wald besorgt. Diese sprechen alle Sinne an: Es gibt Fühlkästen mit Tannenzapfen und Bucheckern, Kräuter zum Riechen und Moos zum Anfassen. Geschnitzte Tierfiguren des Neuweiler Künstlers Andreas Müller fordern dazu auf, berührt zu werden.

Die Erfahrungen mit ähnlichen Räumen in anderen Einrichtungen seien durchweg positiv, sagte Deutsch: „Rund 90 Prozent der Bewohner, die noch gehen können, suchen diese Räume auf. Für die anderen gibt es die Möglichkeit, einzelne Teile mobil aufs Zimmer und ans Bett zu bringen. Wir wollen die positive Wechselwirkung von Mensch und Natur jetzt auch wissenschaftlich belegen.“

Als Einrichtungsleiterin Ute Krüger vor einem Jahr erstmals von dem Projekt erfuhr, war sie sofort begeistert von der Idee, einen Naturraum in St. Irmina einzurichten. „So können unsere Bewohner der Natur nahe sein, ohne vom Wetter abhängig zu sein oder kalte Füße zu bekommen“, erklärte sie bei der Einweihung. „Der Raum ist immer geöffnet und kann jederzeit besucht oder als Rückzugsraum genutzt werden. Wir planen aber auch kleinere Veranstaltungen oder Gottesdienste“, fügt sie hinzu.

Für die Veranstaltungsreihe hat Alexander Deutsch schon viele Pläne. „Es gibt so viele Themen rund um den Wald, egal ob Pilze, Bienen oder Vögel. Auch Kooperationen mit umliegenden Schulen oder Kindergärten sind möglich, um die verschiedenen Generationen zusammenzubringen. Wir wollen neue, andere Wege beschreiten.“

Realtitätsnah auch diese Figur. Foto: cts/Nele Scharfenberg

Deutsch verspricht auch, dass sich der Raum mit den Jahreszeiten verändern wird: „Sobald im Frühjahr das erste Grün sprießt, wird hier ein ganz anderes Bild entstehen.“