Das Lächeln in alte Gesichter zaubern

Das Lächeln in alte Gesichter zaubern

An der Grundschule haben Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und das Café Vergissmeinnicht das Projekt „Augen-Blicke und Begegnungen“ organisiert. Damit sollte Kindern erklärt werden, warum manche Alte so vergesslich sind.

Wenn die kleine Rahel ihren Opa besucht, ist das nicht wie bei ihren Klassenkameraden. Die Grundschülerin muss sich ihren Großvater immer wieder neu vorstellen. "Er weiß, dass ich irgendwie zur Familie gehöre, aber er weiß nicht, wer ich bin", erzählt Rahel. Ihr Opa hat Demenz . Die meisten Kinder der Albert-Schweitzer-Grundschule (ASG) in Dudweiler haben von dieser Krankheit schon gehört, aber so ganz wissen sie nicht, was das ist. Damit die Kinder besser verstehen, was sich hinter diesem Leiden versteckt, hat die ASG mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Landesverband Saarland und dem Café Vergissmeinnicht das Projekt "Augen-Blicke und Begegnungen" organisiert.

"Es war uns wichtig, dass die Kinder die Krankheit ein Stück weit auch verstehen und vielleicht auch die Angst davor verlieren und den Umgang mit den Kranken nicht scheuen", erklärt Thomas Ganz vom Café Vergissmeinnicht. Schließlich besuchen die kleinen Abc-Schützen zusammen mit ihrer Schulchorleiterin Dorothee Quinten die Einrichtung bereits seit drei Jahren regelmäßig und interessieren sich sehr dafür, wie sie den alten Leuten helfen können und warum diese so viel vergessen. Damit die Kleinen die komplizierte Krankheit auch verstehen, hat sich Iris Stuppi-Felten vom DRK einige Spiele und anschauliche Erklärungen einfallen lassen. So sei es mit dem Vergessen ähnlich wie bei der Stillen Post: Die Information kommt irgendwo an und muss dann viele Nervenenden passieren, bis sie im Gehirn verarbeitet werden kann. Dass das gar nicht so leicht ist, haben die Kinder schnell gemerkt. Aus dem geflüsterten Wort Schokoladenpudding wurde bei der kleinen Alena so etwas ähnliches wie Schokoladenparty und sorgte dann nur noch für unverständliche Gesichter. "Alena ist dann in dem Fall eine Durchblutungsstörung", erklärt Stuppi-Felten. Hier käme die Information im Falle einer Demenz nicht weiter. "Oft vergessen die Kranken ganz viele neue Informationen, können sich aber noch gut an Sachen aus der Vergangenheit erinnern", erklärt Stuppin-Felten weiter, "das ist dann wie bei einem Baum, alte Erinnerungen sind die Blätter ganz unten und neue Informationen sind die Blätter ganz oben, und wenn die Leute beginnen zu vergessen, fallen erst die Blätter ganz oben aus."

Die Grundschüler haben die Informationen regelrecht aufgesogen und hatten danach auch ganz viele Fragen. "Wenn die Leute nichts mehr wissen, was machen die dann?", fragt Lucienne, "und was ist dann schlecht für die?" Ungünstig für die Kranken sind Menschen, die nicht gut mit ihnen umgehen. "Ganz gut seid ihr, so wie ihr beim Kaffee trinken mit ihnen umgeht, ihr habt so ein gutes Herz und seid so lieb zu ihnen", sagt Ganz, "dann fühlen sie sich wohl und können so sein, wie sie sind." Der Leiter des Café Vergissmeinnicht ist ganz gerührt von der Anteilnahme der Zweit- bis Viertklässler. "Die Kinder sind ein ganz toller Schatz, sie haben viel Herz und filtern nicht oder haben Vorurteile", erklärt Ganz, "man merkt das auch - sobald die Kinder kommen, fangen die Alten an zu lachen."